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Rocket Internet startet Nestpick in Deutschland: Konkurrenz für Airbnb?

Rocket Internet bringt das niederländische Startup Nestpick in acht deutschen Großstädten an den Start. Ziel ist die Online-Vermittlung von Wohnungen an wohlhabende Wohnungssuchende. Ist Nestpick eine Gefahr für Airbnb?

07.02.2015, 11:26 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Ferienwohnungsplattform Airbnb ist nicht unumstritten. Kritiker werfen den Betreibern unter anderem vor, den Wohnraum in Städten zu verknappen, da reguläre Mietwohnungen als Ferienwohnungen untervermietet werden. Trotz aller Kritik glauben die Samwer-Brüder offenbar weiter an den Erfolg des Konzepts. Ihre Startup-Schmiede Rocket Internet hatte laut "Handelsblatt" im Dezember die Mehrheit an dem niederländischen Startup Nestpick, einer Wohnungsvermittlungs-Plattform, übernommen. Nun bringen die Samwer-Brüder Nestpick auch nach Deutschland.

Wohnungsvermittlung für wohlhabende Studenten

Nestpick geht zunächst in acht deutschen Großstädten an den Start. Ziel der neuen Plattform ist die Online-Vermittlung von voll ausgestatteten Wohnungen auf Zeit an wohlhabende Wohnungssuchende, die nur eine bestimmte Zeit lang in der jeweiligen Stadt bleiben wollen. Zielgruppe sind unter anderem gut situierte Studenten.

Die Vermittlung soll sich für Nestpick lohnen: Laut "Spiegel Online" soll das Startup ein Viertel der ersten Monatsmiete als Provision erhalten. Die bereits von Nestpick angebotenen Wohnungen liegen erheblich über dem Preisniveau vergleichbarer Mietwohnungen. Ein WG-Zimmer in Berlin-Kreuzberg schlage beispielsweise mit 850 Euro monatlich zu Buche, eine 72 Quadratmeter große Wohnung in Berlin-Mitte soll stolze 1.950 Euro im Monat kosten.

Mieter riskieren fristlose Kündigung

Eine Konkurrenz zu Airbnb ist Nestpick allerdings nicht direkt, da die Mietverträge von Nestpick eher mittelfristig, also für mindestens einen Monat, angelegt sind. Mieter, die beispielsweise selber ein Zimmer ihrer Wohnung über solche Online-Plattformen untervermieten wollen, spielen allerdings mit dem Feuer. Unter Umständen müssen sie mit einer fristlosen Kündigung rechnen. Aktuell entschied das Landgericht Berlin zu Gunsten eines Vermieters. Der Mieter hatte einen Wohnung gegen den Willen des Vermieters auf Airbnb angeboten.

(Jörg Schamberg)

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