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RoboCup: Auch Bremen ist WM-Stadt

Am 14. Juni startet zum zehnten Mal der RoboCup. Rund 2.500 Wissenschaftler aus aller Welt kommen zusammen, um den Besten ihrer Liga zu küren.

13.06.2006, 17:25 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Seit knapp einer Woche ist ganz Deutschland im Fußball-Fieber - und jetzt wird auch noch Bremen zur WM-Stadt. Allerdings ist es nicht die FIFA, die Freunde des runden Leders ins Messe-Zentrum der Hansestadt ruft, sondern die Wissenschaft. Am 14. Juni startet der RoboCup 2006.
Virtuelle Ballkünstler
Zum zehnten Mal treten Roboter aus aller Welt gegeneinander an, um den Besten ihrer jeweiligen Liga zu finden. Rund 2.500 Wissenschaftler und Nachwuchs-Tüftler aus 36 Nationen zeigen bis zum 20. Juni, was ihre kleinen künstlichen Freunde mittlerweile so drauf haben. Neben der Kür der diesjährigen 33 Weltmeister drehen sich in der Zeit auch Ausstellungen und Konferenzen rund um Robotik und künstliche Intelligenz.
Einzig bei der Simulationsliga treten allerdings die Fußball-üblichen elf gegen elf Spieler an. Dabei handelt es sich um so genannte virtuelle Agenten, die basierend auf einer Computersimulation spielen. Das Interesse der Wissenschaftler liegt hier in erster Linie auf der Kooperation und Kommunikation von Spielern. Hier werden Erfahrungen in Sachen Strategie, Taktik und Gruppenverhalten gesammelt, um sie später auf humanoide Roboter zu übertragen.
Richtige Roboter
Neben den Simulationen sind aber auch "richtige" Roboter zu sehen: in der Small Size Roboterliga kämpfen zwei Teams mit je fünf rollenden Robotern auf einem 6x4 Meter großen Feld um den Ball. Die Ingenieure haben hier bei der Entwicklung ihrer kleinen Lieblinge freie Hand, lediglich die Größe ist vorgegeben. Die Kleinen sind semi-autonom, da sie von einem externen Computer gesteuert werden. Außerdem kennen die Teilnehmer hier ständig ihre Position, dank Kameras über dem Spielfeld behält jeder den Überblick.
Anders die Middle Size Liga: hier hat jeder der bis zu 40 Kilogramm schweren Roboter eine eigene Kamera an Bord, über die er sich zunächst mal lokalisieren muss, bevor er und seine drei Teamkollegen auf dem Fußballfeld auf Torjagd gehen können.
Aibos kicken
Die Four-legged League ist ganz in der Hand der süßen Sony Aibo-Hunde. Die synthetischen Haustiere mit Welpencharakter sind mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet. Hier ist keine Marke Eigenbau gefragt, die Aibos dürfen technisch nicht verändert werden. Die Herausforderung der Plastik-Wautzis ist, dass sie laufen und nicht rollen, was das zur Orientierung erforderliche Kamerabild ordentlich ins Wanken bringt.
Die größte Herausforderung stellt sich jedoch in der Humanoid League: in dieser jüngsten Liga treten Roboter mit Menschengestalt und etwa der Größe eines Kindes gegeneinander an. Hier geht es vor allem um das Problem mit dem Gleichgewichtssinn während des Kickens.
Rahmenprogramm
Die 440 Teams, die sich angemeldet haben, lassen aber nicht nur ihre Hightech-Kicker gegeneinander antreten. Bereits vor der offiziellen Eröffnung wird es für einige Teilnehmer in der "Rescue League" ernst: sie haben am Dienstagnachmittag die Aufgabe, in einem realistisch nachgestellten Unfallszenario den Katastrophenhelfern zur Seite zu stehen und die vermeintlich Verletzten zu bergen. Außerdem hat mit RoboCup@Home eine neue Liga Premiere. Hier geht es um nützliche Anwendungen und die Interaktion mit Robotern, die Menschen im Alltag unterstützen sollen.

(Aleksandra Leon)

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