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Roaming: EU-Kommission für weitere Kostensenkung

Die EU-Kommissarin Neelie Kroes plant eine Senkung der Roaminggebühren von derzeit 39 auf 24 Cent pro Gesprächsminute. Auch SMS und die mobile Internetnutzung sollen günstiger werden.

15.05.2011, 12:46 Uhr
Europa © finecki / Fotolia.com

Im Urlaub das Handy zu benutzen, kann teuer werden. Schuld sind die Gebühren für Roaming-Dienste, die insbesondere beim Datenverkehr zu einer spürbar höheren Handyrechnung führen können. Innerhalb der EU sinken die Gebühren für Telefonate im Ausland bereits seit Sommer 2007; der Europäischen Kommission genügen die bisherigen Senkungen jedoch offenbar noch nicht. Wie die "New York Times" berichtet, plant das EU-Organ eine weitere Kostenreduktion.

Gebühren sollen weiter sinken

EU-Kommissarin Neelie Kroes plane demnach, ab dem 1. Juli 2014 die Roaming-Kosten für eine Gesprächsminute aus dem EU-Ausland von derzeit 39 auf 24 Cent abzusenken. Auch für eingehende Telefonate erwartet die Kommission niedrigere Gebühren: 10 Cent. Für eine Weiterleitung einer SMS sollen statt 10 nur noch 8 Cent berechnet werden. Als durchschnittlichen Preis für mobiles Internet via Datenroaming hat die Kommission innerhalb der EU 2,50 Euro pro Megabyte (MB) errechnet. Zum 1. Juli 2012 soll der MB-Preis auf 90 Cent schrumpfen, gefolgt von einer weiteren Vergünstigung auf 70 Cent 2013. Ab dem 1. Juli 2014 soll Verbrauchern schließlich nur noch 50 Cent für ein MB zuzüglich zu den herkömmlichen Datengebühren berechnet werden.

Um die Kosten weiter einzudämmen, schlägt man laut "New York Times" in Brüssel außerdem vor, dass die europäischen Mobilfunk-Provider ihre Services virtuellen Resellern zu angemessenen Preisen anbieten, damit diese wiederum zu reduzierten Gebühren an die Endkunden weitergegeben werden können. Zurzeit wären die meisten Betreiber nicht dazu bereit, ihre Dienste in die Hände potentieller Konkurrenten zu legen. Ein zweiter Vorschlag räume den Mobilfunkkunden das Recht ein, ihre Roamingdienste über einen anderen als ihren im Inland genutzten Provider abzuwickeln.

Die Details zu den Plänen sollen am 22. Juni bekanntgegeben werden. Um sie tatsächlich umzusetzen, müssten noch das Europäische Parlament und der Ministerrat zustimmen, was dem Bericht zufolge nicht vor dem Frühjahr 2012 erwartet wird.

Kroes machte bereits auf dem Mobile World Congress in Barcelona im Februar deutlich, dass sie noch keinen ausreichenden Wettbewerb beim Roaming und Datenroaming erreicht sieht. Im Rahmen der "Digitalen Agenda" sollen die Roaminggebühren bis 2015 fast gänzlich abgeschafft werden, um die Preisunterschiede zwischen Inlands- und Auslandstarifen auf ein Minimum zu reduzieren.

(Saskia Brintrup)

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