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RIAA gegen Tauschbörsen: Unwissenheit kein Grund

03.07.2003, 12:05 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Die rechtliche Lage rund um die Legalität von Tauschbörsen wird immer verwirrender, nun hat die RIAA einen weiteren Sieg errungen.
Gerichtliche Unterschiede
Mal sind die Tauschbörsen dafür verantwortlich, was über die Server läuft, mal sind sie es nicht. Noch vor kurzer Zeit meinte ein Gericht, bei Tauschbörsen ohne zentralen Server sei eine Kontrolle der Daten nicht möglich, sodass der Steller der Software keine Konsequenzen befürchten muss.
Nun hört sich dies gegen die P2P-Tauschbörse Madster völlig anders an. Ein Gericht in Chicago urteilte, dass die Tauschbörsenbetreiber grundsätzlich für das Anbieten von urheberrechtlich geschützten Materialen verantwortlich sind.
Verschlüsselung egal
Dabei ist Madster ein besonders merkwürdiger Fall, denn die Tauschbörsensoftware verschlüsselt die Daten, sodass der Betreiber gar nicht erkennen kann, was über die Tauschbörse läuft - und doch meint das Gericht, dass sie dazu verpflichtet sind, illegale Inhalte zu filtern.
Absichtliche Unwissenhaut ist laut dem Gericht mit Wissen gleichzusetzen - zumal ein Tauschbörsenbetreiber davon ausgehen muss, dass seine Software für kriminelle Aktivitäten genutzt wird. Stoppen wird auch dieses Urteil die vielen Tauschbörsen nicht, doch könnte es für einige zukünftige Erfolge der RIAA vor Gericht den Weg bereiten.

(Alexander Moritz)

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