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Rettungsversuch für bedrohtes IRC-Netzwerk

Fast zwanzig Jahre nach seiner Einführung steht das IRC-Netzwerk vor schwerwiegenden Existenzproblemen. Der Konkurrenzdruck durch Instant Messenger wächst, die IRC-Gemeinde schrumpft. Die Rettung soll IRC+ bringen.

03.07.2007, 15:07 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Viele Jahre erfreuten sich so genannte Internet Relay Chat, kurz IRC, wachsender Beliebtheit. Vor rund 20 Jahren wurde der erste, textbasierte IRC-Chat eingeführt. Um den entstehenden Datenverkehr abzufedern, wurde dieser auf ein ganzes Rechner-Netz verteilt und eine erweiterbare Chatlandschaft geschaffen. Da sich in den vergangenen Jahren die Zahl der Teilnehmer von IRC-Chats aber nahezu halbiert hat, besteht dringender Handlungsbedarf zur Rettung des Chatsystems. Mit IRC+ wurde ein Nachfolgesystem entwickelt, um die aussterbende IRC-Rasse am Leben zu erhalten.
IRC trifft Instant Messenger
Viele Funktionen aus der IRC-Welt bergen Parallelen zu den heutigen Instant Messengern. Sowohl Zweier- als auch Gruppengespräche konnten geführt werden, neue Channels nach Belieben eröffnet werden. Ein spezieller IRC-Client, eine kleine Software, wurde für die Kommunikation benötigt. Nicht selten wurden dutzende IRC-Server vereint, um mehr als 100.000 Besucher gleichzeitig in unzähligen Channels eine virtuelle Heimat zu bieten. Innerhalb einer Zehntelsekunde erreichen die versendeten Nachrichten in der Regel die Empfänger. Doch genau die Konkurrenz von ICQ, Yahoo oder MSN Windows Live Messenger und Co. entwickelt sich zunehmend zum IRC-Totengräber.
Mit dem neuen Standard IRC+, der Client- und Bots-Entwicklern das Leben deutlich erleichtern soll, wird alles anders und in erster Linie einfacher. Umständliche Befehle müssen von den Teilnehmern nicht mehr auswendig gelernt werden. Auch ein unerfahrener Computernutzer soll sich problemlos im IRC-Chat zurechtfinden. Clients sollen die Möglichkeit haben, alle Nachrichten von den Services in der lokal eingestellten Sprache anzuzeigen. Passwortmanager können nachträglich integriert und sichere Verbindungen auch ohne SSL-Schutz aufgebaut werden. Zudem wurde IRC+ rückwärtskompatibel ausgelegt. Derzeit tüfteln die Entwickler an Lösungen für einige noch ungelöste Probleme. Dabei geht beispielsweise um die Einführung eines universellen Auto Log-In.

(Stefan Hagedorn)

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