News

Regulierer sperrt 66.000 Dialer

Die Bundesnetzagentur setzt ihren Kampf gegen Dialerprogramme fort und ordnete die Abschaltung von 47 09009-Nummern der Berliner Firma Intexus an.

01.03.2006, 15:41 Uhr
Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

Die Bundesnetzagentur sagt den Dialern weiter den Kampf an. Bereits zum vierten Mal innerhalb von zweieinhalb Jahren ließ der Regulierer Nummern der unliebsamen Einwahlprogramme sperren - und das gleich massenhaft.
66.000 auf einen Schlag
Die Regulierungsbehörde verfügte über die Abschaltung von insgesamt 47 09009-Nummern der Berliner Intexus GmbH und entzog den damit verbundenen Dialern die Registrierung. Die Massensperrung hat den deutschen Marktführer für 0900-Dialer hart getroffen: Auf einen Schlag wurden rund 66.000 Dialerprogramme der Intexus für illegal erklärt. Intexus-Chef Andreas Richter kündigte einem Bericht von Dialerschutz.de zufolge an, gegen die Entscheidung rechtlich vorzugehen.
Die Bundesnetzagentur verbot rückwirkend zum 15. August 2003 Abrechnung und Inkasso für Verbindungen über die Dialer-Programme. Die oftmals horrenden Kosten müssen die Verbraucher also theoretich gar nicht zahlen. Unter den für illegal erklärten Dialern befand sich pikanterweise auch ein Programm, welches das Berliner Unternehmen laut Dialerschutz.de als vorbildlich und rechtskonform beworben und vorgestellt hatte.
Keine Wegsurfsperre, keine Registrierung
Die Bundesnetzagentur aber sieht das anders. Der Grund für die Rücknahme der Registrierung sei das Fehlen einer so genannten Wegsurfsperre, sagte Manfred Küster von der Bundesnetzagentur. Programme ohne Wegsurfsperre halten eine teure Internetverbindung auch dann noch aufrecht, wenn der Surfer schon längst weitergezogen ist. Dies sei aus Verbraucherschutzgründen nicht erlaubt.
Die für illegal erklärten Nummern lauten 090090001241, 090090001243 bis 090090001261, 090090001613 bis 090090001629, 090090001631, 090090001679, 090090001713, 090090001715 bis 090090001721, sowie die 090090001724. Diese Nummern dürften in der Vergangenheit für so manchen Schock beim Öffnen der Telefonrechnung gesorgt haben: Zwischen zwei Euro pro Minute und 30 Euro pro Einwahl wurde von den Anbietern verlangt. Geld, das die betroffenen Kunden nach dieser jüngsten Entscheidung des Regulierers theoretisch nicht hätten zahlen müssen.

(Denise Bergfeld)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang