News

Regulierer senkt Interconnection-Entgelte

Die IC-Entgelte sinken im Schnitt um zehn Prozent. Die Bundesnetzagentur erteilte der T-Com mit der heutigen Entscheidung eine klare Absage.

13.04.2006, 14:06 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Der Regulierer hat ein Machtwort gesprochen: Die Bundesnetzagentur legte heute die Entgelte für die Zusammenschaltung zwischen dem Netz der Deutschen Telekom AG und der Wettbewerber neu fest.
Absage an die T-Com
Die Tarife für die so genannte Interconnection (IC) wurden im Durchschnitt um zehn Prozent gesenkt. Im Februar noch hatte die T-Com bei der Bundesnetzagentur eine Erhöhung der Tarife für die Zusammenschaltung auf lokaler Ebene um mehr als zehn Prozent gefordert. Diesem Antrag erteilte der Regulierer mit seiner jüngsten Entscheidung nun eine klare Absage.
In der lokalen Tarifzone I senkte der Regulierer die Entgelte von 0,59 auf 0,52 Cent pro Minute im Haupttarif und im Nebentarif von 0,40 auf 0,36 Cent. In der Tarifzone II ("single transit") sinken die Preise in der Hauptzeit von 0,96 Cent auf 0,88 Cent und von 0,64 auf 0,59 Cent pro Minute in der Nebenzeit. Auch die neu festgelegten Tarife in der Zone III liegen deutlich unter den Preisen der Vergangenheit. Der Regulierer senkte hier das Entgelt pro Minute in der Hauptzeit von 1,52 auf 1,36 Cent und in der Nebenzeit von 0,99 auf 0,89 Cent.
Kurth: "Absenkung ist angemessen"
"Diese Entscheidung schafft Planungssicherheit für alle Marktteilnehmer und entspricht den Kostenentwicklungen in den Telekommunikationsnetzen", begründete Chefregulierer Matthias Kurth die Entscheidung. Die Absenkung sei angemessen und berücksichtige die Konsistenz zu anderen Vorleistungsprodukten. Sie erhalte zudem Anreize für Investitionen in die Netzinfrastruktur.
Lesen Sie auf Seite 2: Reaktionen Auch der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) begrüßte die Senkung der IC-Entgelte. Die Entscheidung berücksichtige die Nachfrage der Netznutzung auf lokaler Ebene und trage der Preisentwicklung im internationalen Vergleich Rechnung. "Auch die Verbraucher profitieren von günstigen IC-Preisen, denn nach wie vor bilden die Zusammenschaltungsentgelte einen wesentlichen Bestandteil der Endkundenpreise", sagt Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM.
BREKO: "Zum Teil gelungen"
Als "nur zum Teil gelungen" bezeichnet dagegen der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) die neuen Interconnection-Entgelte. Nach Meinung des Verbandes sinken die zu zahlenden Beträge für die Übergabe von Gesprächen in das Netz der Deutschen Telekom nur für diejenigen Wettbewerber deutlich, die ihr eigenes Netz gut ausgebaut haben. Hingegen aber nicht für Unternehmen, die nur geringe Aufbauleistung gezeigt haben.
"Die Beibehaltung der Entgelt-Spreizung ist voll in unserem Sinne", sagt BREKO-Geschäftsführer Rainer Lüddemann. Die Absenkung des absoluten Entgeltniveaus sei aber eine Entscheidung zu Lasten des Infrastrukturwettbewerbs.
Telekom: "Falsche Entscheidung"
Bei der Telekom selbst stößt die jüngste Entscheidung auf Unverständnis und Kopfschütteln. Die Entscheidung sei "nicht nachvollziehbar" und "entgegen der Kostenunterlagen getroffen", die von der Telekom beim Regulierer eingereicht wurden. "In unseren Augen ist dies eine falsche Entscheidung, die Gelder werden auf diesem Weg nur von der Telekom hin zu anderen Wettbewerbern geschoben", sagt Telekom-Pressesprecher Frank Domagalla gegenüber onlinekosten.de. Und dies geschehe, ohne dass die Kunden direkt einen Vorteil davon hätten.
Die heute veröffentlichten Preise treten ab kommenden Juni in Kraft und sind gültig bis zum 30. November 2008.

(Denise Bergfeld)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang