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Regulierer plant Sperrliste für R-Gespräche

Ab Juli soll eine zentrale Sperrkartei bei der Bundesnetzagentur eingerichtet werden, um Anschlussinhaber vor hohen Kosten durch R-Gespräche zu schützen.

20.02.2007, 16:22 Uhr
Tastatur© peshkova / Fotolia.com

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) will Telefonkunden künftig vor unerwünschten R-Gesprächen schützen. Zu diesem Zweck wird eine Sperrkartei vorbereitet, in die sich die Anschlussinhaber ab dem 1. Juli eintragen lassen können. Das kündigt die BNetzA im aktuellen Amtsblatt an.
Schutz für Anschlussinhaber
Damit trägt die Regulierungsbehörde dem bereits im vergangenen Jahr verabschiedeten Telekommunikationsgesetz (TKG) Rechnung, in dem ein besserer Schutz vor R-Gesprächen festgeschrieben wurde. Die jeweiligen Netzanbieter nehmen im Auftrag des Kunden kostenlos den Eintrag in die Sperrliste vor. Die erhobenen Daten werden mit den Datenbeständen der entsprechenden Anbieter abgeglichen, um einen wirksamen Schutz zu erreichen.
Angerufene trägt die Kosten
Bei R-Gesprächen zahlt nicht der Anrufer, sondern der Angerufene. Dabei werden oft drastisch höhere Gebühren berechnet als bei normaler Telefonie. Die Regulierungsbehörde nimmt damit die Anschlussinhaber in die Pflicht, präventiv einzuschreiten und somit langwierigen Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen. In der Vergangenheit hatte es zum Teil widersprüchliche Gerichtsurteile über die Zahlung der entstandenen Kosten gegeben.
Das R in dem Begriff steht für "reserve charged" (rückwärts berechnet). Während sich in vielen Ländern R-Gespräche seit vielen Jahren großer Beliebtheit erfreuen, erlangten sie in Deutschland erst in den letzten Jahren durch Anbieter wie "R-Talk" und 01058 Telecom wachsende Popularität.

(Stefan Hagedorn)

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