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Regulierer erteilt Telekom eine Abfuhr

Die Bundesnetzagentur kündigt Gegenwind zu den Forderungen der Deutsche Telekom AG an. Der Bonner Konzern hatte beantragt, die Miete für die "letzte Meile" um monatlich 1,38 Euro zu erhöhen.

30.01.2007, 18:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom AG kann offenbar nicht auf eine drastische Anhebung der Mietgebühren für ihre Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) hoffen. Der Bonner Konzern hatte vor wenigen Tagen beantragt, die Miete für die so genannte "letzte Meile" um 1,38 Euro zu erhöhen - von aktuell 10,65 Euro auf 12,03 Euro pro Leitung und Monat. Bei den TAL-Mieten hat nicht die Telekom das Sagen, sondern die Bundesnetzagentur legt die Gebühren fest. Chefregulierer Matthias Kurth äußerte sich nun gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zu dem Antrag.
Keine Kursänderung
Es gebe keinen Grund, den bisherigen Kurs fundamental zu ändern, sagte Kurth der Zeitung. Der bisherige Trend war eine stufenweise Senkung der Gebühren, um damit den Wettbewerb auf dem DSL-Markt weiter anzukurbeln. Grundsätzlich sei es zwar denkbar, die anteiligen außerordentlichen Personallasten mit zu berücksichtigen, wie es der Bonner Konzern gefordert hatte. Dann müsse aber auch die angestrebte mittelfristige Kostensenkung in die Rechnung mit einfließen, so Kurth.
Kurth: Preise sind nicht überhöht
Die kontinuierliche Senkung der TAL-Entgelte in der Vergangenheit bezeichnete der Netzagentur-Chef als "Erfolgsmodell". Die Zahlen würden für sich sprechen. Für die Klagen der alternativen Netzbetreiber hat Kurth laut FAZ auf der anderen Seite aber auch kein offenes Ohr. Die Wettbewerber bemängeln seit Jahren, dass die TAL-Miete in Deutschland verglichen mit anderen europäischen Ländern, viel zu hoch sei und fordern eine Senkung unter zehn Euro. "Wir liegen im guten europäischen Mittelfeld", so Kurth zur FAZ. Die Entwicklung der Nachfrage zeige, dass es mit den angeblich überhöhten Preisen nicht so schlimm sein könne.
Im Wettbewerb auf dem DSL-Markt ist die TAL ein bedeutender Faktor. Die Wettbewerber müssen die "letzte Meile" von der Telekom mieten, um ihre Kunden an das eigene DSL-Netz anschließen zu können. Für die Verbraucher könnten höhere TAL-Mieten somit letztendlich steigende DSL-Preise zur Folge haben. Die Deutsche Telekom hatte Ende September nach eigenen Angaben 4,3 Millionen Teilnehmeranschlussleitungen an die Konkurrenten vermietet. Über den aktuellen Antrag muss die Bundesnetzagentur bis spätestens Ende März entscheiden.

(Denise Bergfeld)

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