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RegTP vor Eingriff auf DSL- und Mobilfunkmarkt

DSL-Bitstream-Zugang soll kommen. Außerdem Überprüfung der Terminierungsentgelte bei Anrufen vom Festnetz in die Mobilfunknetze.

25.04.2005, 09:11 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Der Eingriff der RegTP auf dem Mobilfunk- und DSL-Markt wird immer wahrscheinlicher. Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP), Matthias Kurth, bestätigte dem "Handelsblatt", dass darauf Marktanalysen hinaus laufen, die von der RegTP derzeit im Auftrag der EU erledigt werden.
Bitstream-Zugang soll kommen
Die Regulierung im DSL-Markt würde die Deutsche Telekom an einer empfindlichen Stelle treffen, will doch der Konzern mit schnellen Internetanschlüssen sein Wachstum forcieren. Künftig wird der Ex-Monopolist seinen Konkurrenten wohl ein Vorprodukt anbieten müssen, damit diese DSL-Anschlüsse in Eigenregie vermarkten können und dabei viel mehr Einfluss auf die Ausgestaltung haben als bisher. Im Fachjargon wird dieser Zugang auch als Bitstream-Zugang bezeichnet.
Aktuell seien die Untersuchungen in Sachen Bitstream noch nicht abgeschlossen, es spreche aber schon jetzt vieles dafür, dafür zu sorgen, dass es ein solches Angebot in Zukunft geben werde, so Kurth. "Wenn nötig auch mit regulatorischen Instrumenten", wird Kurth zitiert.
Weniger Grund zur Hoffnung geben hingegen die Aussagen von Kurth in Bezug auf eine Entbündelung von Telefon- und DSL-Anschluss. Auch diese Forderung wird von mehr und mehr Providern immer lauter. Aus ihrer Sicht werde durch die erzwungene Kombination die Entwicklung von VoIP behindert. Die Hoffnung der Anbieter, dass ein so genannter "nackter DSL-Zugang" billiger wird als die Dienste bisher, bezeichnete Kurth als "irrig". Die Anschlusskosten, die jetzt durch die Gebühr für den Telefonanschluss bezahlt werden, können man nicht umgehen.
Niedrigere Terminierungsentgelte für Mobilfunktelefonate
Der Eingriff der RegTP auf dem Mobilfunkmarkt könnte, wie von onlinekosten.de bereits berichtet, zu günstigeren Preisen bei Anrufen vom Festnetz in die Mobilfunknetze führen. Die Weiterleitung von Gesprächen vom Festnetz auf das Handy (Terminierung) liegt nach Ansicht der Bonner Behörde deutlich zu hoch. "Es gibt bei den Terminierungsentgelten der Mobilfunkbetreiber eine europaweite Entwicklung der Preise nach unten, da sollte Deutschland nicht zurückstehen", erklärt Kurth das Vorgehen. Unklar ist indes noch, wie die Regulierung auf dem Mobilfunkmarkt aussehen soll.

(Hayo Lücke)

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