News

Regio-Carrier: Alternative um die Ecke

Regionale Telefon- und Breitband-Anbieter haben oft deutlich günstigere Tarife als die Telekom im Portfolio. Ein Blick auf die wichtigsten Anbieter.

08.06.2005, 16:50 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Die meisten Deutschen gehen immer noch mit der Telekom ins Internet. Dabei gibt es inzwischen zahlreiche Alternativen zum Ex-Monopolisten. Dank ihrer aggressiven Werbekampagnen werden die großen Provider wie freenet oder 1&1 immer bekannter. Neben den Platzhirschen tun sich kleine Anbieter wie justDSL oder faventia sichtlich schwer. Doch im Windschatten des Marktgetöses mausern sich die expansiven Regionalcarrier zu echten Playern. Grund genug, die lokalen Anbieter einmal unter die Lupe zu nehmen.
Regionale Alternative
Wir stellen die Angebote der größten regionalen Anbieter Deutschlands vor und zeigen, dass sie mit den Marktführern mehr als nur mithalten können. Um im Tarifdschungel die Übersicht zu behalten und besser vergeichen zu können, legen wir den Schwerpunkt auf Angebote für einen mit Telefonleitung gekoppelten DSL-Anschluss mit Flatrate ab 1 Mbit/s. Neben DSL- beziehungsweise ISDN-Netzprovidern berücksichtigen wir auch die lokalen Kabelanbieter. Detaillierte Informationen zu allen Anbietern und Tarifen finden sich in unserer Übersichtstabelle am Ende dieses Artikels.
Die meisten Anbieter koppeln ihre Telefon- und Internet-Tarife, so dass sich nur ein Komplett-Paket beider Dienste lohnt. Das kennt man noch von der Telekom. Auch "Alice" von Hansenet wird verkuppelt, die Angebote sind deutschlandweit in meist größeren Städten wie Hamburg, Berlin, Frankfurt oder München zu haben. Eine 1,5 Mbit/s DSL-Flatrate inklusive Grundgebühr kostet hier 37,90 Euro monatlich. Für einen zusätzlichen ISDN-Anschluss werden nur zwei Euro aufgeschlagen. Ein separater ISDN-Anschluss bei der DTAG hingegen würde mit 23,60 Euro zu buche schlagen. Es rentiert sich in der Regel also nicht, die Internet- und Telefonie-Anbindung von verschiedenen Anbietern zu beziehen.
Telefon im Paket
In punkto Gesprächskosten unterscheiden sich die regionalen Anbieter nicht viel von der DTAG. Im City-Bereich liegen fast alle zwischen 1 Cent/Min (Nebenzeit) und 3 Cent/Min (Hauptzeit). Deutschlandweit telefoniert man je nach Tageszeit für 3 bis 5 Cent pro Minute. Lediglich NetCologne und Kabel BW tanzen in der Hauptzeit etwas aus der Reihe. Deutschlande Telefonate schlagen dann nämlich mit 7,2 beziehungsweise 6,5 Cent/Min zu Buche.
Bei der Wahl von optionalen Sprachtarifen fallen die Angebote vielfältig aus. Gegen einen monatlichen Aufpreis von einigen Euro bieten viele Anbieter kostenlose Minutenpakete oder günstigere Gesprächspreise an.
Billiger telefonieren
An Beliebtheit gewinnen auch Wochenendtarife, die deutschlandweites Telefonieren zum Nulltarif an Wochenenden und Feiertagen ermöglichen. Bei Versatel kann man dieses Angebot neben der Internet-Anbindung für zusätzliche 5,99 Euro im Monat bestellen. Noch nicht so verbreitet sind die so genannten Telefon-Flatrates, mit denen sämtliche Telefonate monatlich pauschal abgegolten werden. Bei Tropolys zum Beispiel kann man diesen Dienst schon für 9,95 Euro in Anspruch nehmen.
Vergleicht man die Preise der Telekom mit denen der regionalen Anbieter, bleibt der Ex-Monopolist deutlich auf der Strecke. Im günstigsten Paket mit dem ISDN-Anschluss Call Plus und T-DSL 1000 (1 Mbit/s) inklusive Flatrate muss der T-Com-Kunde eine monatliche Grundgebühr von 70,89 Euro aufbringen. Dazu kommt eine einmalige Einrichtungsgebühr von 159,90 Euro. Bei Kabel BW bekommt man für gleiches Geld schon eine Internet-Flatrate mit 5 Mbit/s samt Sprachdienst – bei einer Einrichtungsgebühr von 99 Euro.
Alternative Kabel
In Haushalten mit schon vorhandenem Kabel-TV-Anschluss lohnt sich auch ein Blick auf die Angebote des Kabelproviders. In Hessen liefert iesy seinen Kunden eine 2-Mbit-Flatrate für 19,95 Euro - zuzüglich zu den Gebühren für Kabelfernsehen. Andere Provider, wie etwa ish in Nordrhein-Westfalen, bieten auch einen Sprachdienst über das Kabel an, zusammen mit einer 2-Mbit-Bandbreite für 49,90 Euro monatlich. Bei Kabel BW in Baden-Württemberg kosten Telefon- und Internet-Zugang (1 Mbit/s) zusammen sogar nur 29,90 Euro – wiederum ohne Kabel-Grundgebühr.
Bei der Wahl eines neuen Anbieters empfehlen wir, vor Abschluss eines Vertrages auch auf die Einrichtungsgebühr zu schauen. Viele Anbieter verlangen um die 100 Euro, andere erlassen die komplette Einrichtungsgebühr im Rahmen aktueller Preis-Offensiven, so wie derzeit ish. Bei Tropolys ist der Einstieg üblicherweise kostenlos, dafür behaftet der Kabel-Anbieter seine Kunden mit einer ungewöhnlich langen Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten. In der Regel gilt: Je niedriger die Einrichtungsgebühr, desto länger die Bindung an das jeweilige Unternehmen.
Fazit
Wer auf der Suche nach einem neuen Telefon- beziehungsweise Internet-Service ist, sollte sich in seiner Region auf jeden Fall nach lokalen Anbietern umgucken, denn dies könnte sich durchaus im Geldbeutel bemerkbar machen. Eine Übersicht aller Anbieter mit den wichtigsten Tarifen und aktuellen Angeboten haben wir in der folgenden Tabelle zusammengestellt. Eine genaue Prüfung der Verfügbarkeit kann auf den jeweiligen Internet-Seiten der Anbieter durchgeführt werden.

(Filip Vojtech)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang