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Reaktionen auf das iPhone-Urteil

Die vom Telekom-Konkurrenten Vodafone erwirkte einstweilige Verfügung ist aufgehoben. Damit darf T-Mobile das iPhone wieder mit Zwei-Jahres-Vertrag und technischer Sperre verkaufen. onlinekosten.de hat Reaktionen von allen Beteiligten eingeholt.

04.12.2007, 16:05 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Die Deutsche Telekom darf das iPhone in Deutschland weiter exklusiv anbieten. Eine vom Telekom-Konkurrenten Vodafone erwirkte einstweilige Verfügung hoben die Richter am Hamburger Landgericht jetzt auf. Es sei weder unlauterer Wettbewerb noch ein Verstoß gegen das geltende Kartellrecht erkennbar gewesen, hieß es in der Entscheidung der Richter. Damit darf T-Mobile das Multimedia-Handy ab sofort wieder mit Zwei-Jahres-Vertrag und technischer Sperre verkaufen.
T-Mobile freut sich über Klarheit
Die Reaktion des Bonner Konzerns ließ nicht lange auf sich warten. "Ich freue mich, dass nun Klarheit für unsere Kunden herrscht. Wir waren stets von der Rechtmäßigkeit unseres Angebots überzeugt und sind auch weiterhin bereit, für dieses Vertriebsmodell zu kämpfen", betont Philipp Humm, Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland und Bereichsvorstand Vertrieb Deutsche Telekom. Die gesamte Mobilfunkbranche müsse in Zukunft auf innovative Geräte und neuartige Vertriebsmodelle setzen, um wieder Wachstum zu erreichen. Offen blieb jedoch die Frage, ob das Unternehmen im Zusammenhang des gerichtlichen Tauziehens um das iPhone Schadenersatz gegen Vodafone geltend machen werde.
Kein iPhone für 999 Euro mehr
Gleichzeitig kündigte Philipp Humm an, das Angebot eines entsperrten iPhones so schnell wie möglich wieder einzustellen. "Dieses Modell wurde uns aufgezwungen und entspricht in keiner Weise unseren Vorstellungen von einer kundenfreundlichen Komplettlösung", sagte Humm. Ab sofort werde es keine offiziell entsperrten Geräte für 999 Euro mehr geben. Dafür hätten die Kunden jetzt nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten aber die Möglichkeit, das Gerät kostenlos entsperren zu lassen.
Vodafone prüft weiteres Vorgehen
Kontrahent Vodafone gibt sich nach dem Urteil der Richter zurückhaltend. "Uns ging es darum, die aktuell gültigen Regeln klären zu lassen", so Sprecher Heiko Witzke. Deswegen habe sein Unternehmen das neue Marktmodell von T-Mobile gerichtlich überprüfen lassen. Wenn es zukünftig rechtlich möglich sei, Handys in Deutschland mit derart restriktiven Netzsperren und Tarifbindungen zu verkaufen, so sei dies nach Meinung von Vodafone weiterhin verbraucherfeindlich. Ob der Mobilfunkkonzern innerhalb eines Monats nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung gegen die Entscheidung der Richter Widerspruch einlegen werde, ließ Witzke offen. Es müsse noch der genaue Wortlaut des Urteils geprüft werden.
debitel-iPhone wird eingestellt
Bei Mobilfunkprovider debitel kam die Entscheidung der Hamburger Richter ebenfalls nicht gut an, denn das Unternehmen muss seinen eigenen iPhone-Tarif samt Rückvergütungsmodell jetzt wohl einstellen. "Wir werden das Urteil genau prüfen und dann überlegen, wie wir weiter vorgehen werden", sagt Sprecher Bernd Eilitz auf Anfrage von onlinekosten.de. iPhone-Kunden hätten auch in den nächsten Tagen noch die Möglichkeit, mit dem entsperrten Handy und unter Vorlage der T-Mobile-Kaufbestätigung einen debitel-iPhone-Vertrag abzuschließen. Danach sehe man weiter.

(Michael Friedrichs)

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