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Re: 2005 // Sind die alle verrückt geworden?

Wahnsinn. Das ist das erste, was einem zu 2005 einfällt. Irgendwie ging es unheimlich schnell vorbei.

25.12.2005, 10:01 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Wahnsinn. Das ist das erste, was mir zu 2005 einfällt. Irgendwie ging es unheimlich schnell vorbei. So schnell, dass ich Mühe habe, mich an den ganzen Wahnsinn der letzten zwölf Monate zu erinnern. Und als ob es nicht schon genug Aufregung auf der Welt gegeben hätte, spielt unsere kleine Lieblingsbranche 2005 so richtig verrückt.
Return of the Flat
Während sich überall auf der Welt Leute gegen Naturkatastrophen und religiösen Wahn wehren müssen, führt die deutsche Internetbranche Krieg gegen sich selbst. Der Markt gleicht einem einzigen Gemetzel. Im Kampf um wichtige Marktanteile ist den Providern nichts zu teuer. Das drückt den Preis für eine Flatrate auf unter vier Euro.
Überhaupt hat die Flatrate 2005 ein klasse Comeback hingelegt, wenn auch zum Teil in neuen Kleidern. So haben wir zahlreiche CityFlats kommen sehen. Da, wo es sich lohnt, gehen die Anbieter mit dem Preis auch mal unter fünf Euro. 2006 werden wir die ersten auch wieder verabschieden. So wie die reinen Reseller das Tempo der Großen nicht mehr mitgehen können. Der Markt konzentriert sich, die Platzhirsche machen sich breit.
Triple Play
Eine gute Chance haben dabei auch Unternehmen, die das ganze Tam-Tam nicht so richtig mitmachen wollten. Sie haben lieber in Ruhe eigene Infrastruktur aufgebaut, um sich auf den für 2006 ausgerufenen Trend "Triple Play" zu rüsten. Dafür braucht man 'ne Menge Speed, und das nicht nur für Musik-Downloads.
Das Thema 2005 war also Geschwindigkeit. Auf der - von einem iPod-Klon mal abgesehen - an echten Höhepunkten erschreckend armen CeBIT (schon wieder VoIP?) durchbrach Versatel als erster die DSL-Schallmauer und kam mit einem 6-Mbit-Produkt. Die Telekom zog im Sommer nach und ein halbes Jahr später hat sich die Bandbreite schon verdreifacht. ADSL2+ heißt die Droge aller Speedjunkies, die 2006 ihren Durchbruch feiern dürfte. High-Speed-Internet ist auch schwer nötig, wenn die Bundesliga bald nur noch auf T-Online zu sehen ist.
DSL-Diaspora
Während die Surfer in den Ballungsgebieten im Geschwindigkeitsrausch sind, hängen Nutzer in der DSL-Diaspora entweder an der Glasfaser oder überlangen Kupferdrähten. Ihre einzige Hoffnung sind regionale Initiativen oder neue Technologien. WiMAX hat 2005 seinen ersten kommerziellen Einsatz erlebt. Wenn die letzten offenen Fragen geklärt sind, kann der Funkstandard zu einer echten Alternative für Schmalbandler auf dem Dorf werden.
Was bleibt sonst von 2005? Prinz Harry in Sturmtruppen-Outfit, ein Bundesliga-Schiri im Knast, VW-Betriebsräte im Puff und ein Bundeskanzler in Frauenklamotten. Ach ja, und wir sind Papst. Schade, dass diese Schlagzeile nicht von uns ist. Apropos Schlagzeilen: Warum klicken unsere Leser eigentlich auf alles, was "Sex" in der Überschrift hat, selbst wenn es um so was wenig animalisches wie Domainnamen geht? Schreiben Sie uns doch mal, wir behandeln das selbstverständlich total vertraulich.
2006 kommt
Für's nächste Jahr wünschen wir uns, dass die GEMA endlich ihre Drohung wahr macht und das ganze Internet verklagt. Außerdem wollen wir den Niedergang der bekloppten Frösche begleiten und wir hoffen, dass wir immer so richtig liegen wie mit unseren dummen Witzen. Und wir wünschen uns weiterhin so tolle Leser wie Sie.
Bleiben Sie uns gewogen, und nutzen Sie die Feiertage auch mal ohne vor dem Rechner zu hängen. Wer es nicht lassen kann, liest hier in den nächsten Tagen eine Reihe verschiedener Rückblicke auf das vergangene Jahr. Alles Gute zum Weihnachtsfest und einen guten Rutsch wünscht Ihnen im Namen des gesamten Teams

(Volker Briegleb)

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