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Re: 2004 - Mobilfunker starten UMTS

T-Mobile startete Push-To-Talk, Handys wurden wieder teurer und Minutenpreise werden wohl bald fallen.

04.01.2005, 17:33 Uhr
SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

2004 liegt nun schon einige Tage hinter uns und wird auf dem Mobilfunkmarkt Deutschlands als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem die vier großen Handyprovider die dritte Mobilfunkgeneration namens UMTS starteten.
UMTS läuft an
Insbesondere Vodafone legt sich dabei mächtig ins Zeug: Insgesamt sechs UMTS-Handys bietet das Unternehmen mit Deutschland-Sitz in Düsseldorf seinen Kunden derzeit an und zeigt damit das mit Abstand größte Engagement, um den neuen Mobilfunkstandard in Deutschland populär zu machen. Sogar ein Handy für 1 Euro ist im Angebot, was der Konkurrenz gar nicht gefällt.
Kunden zögern
Viele Mobiltelefonierer fragen sich allerdings, warum sie von einem klassischen GSM-Handy auf ein UMTS-Gerät umsteigen sollen. Durchaus berechtigt, denn noch gibt es nicht viele Dienste, die das UMTS-Abenteuer wirklich lohnenswert machen. Videotelefonie und Videostreams haben inzwischen alle vier Anbieter im Angebot, bei Vodafone können sogar ausgewählte TV-Clips auf das Handy geladen und auf dem Handydisplay betrachtet werden.
Apropos herunterladen: hier liegt ein weiterer Vorteil des neuen Mobilfunkstandards. 384 Kilobit pro Sekunde im Downstream werden derzeit angeboten, theoretisch sind sogar bis zu zwei Megabit pro Sekunde möglich. Doch nicht nur auf dem UMTS-Sektor sind die Mobilfunker aktiv. Optionstarife, die gegen eine zusätzliche monatliche Grundgebühr dem Mobilfunkvertrag zugebucht werden können, sollen den Mobilfunkkunden häufiger zum Handy greifen lassen und die Umsätze der vier großen Player nach oben schrauben.
Erfolgreiche Optionen
So werden seit dem vergangenen Jahr zum Beispiel bei Vodafone und T-Mobile Wochenend-Optionen angeboten, die für fünf Euro extra im Monat 1.000 Gesprächsminuten an Samstagen und Sonntagen möglich machen. Später wurde auch ein Optionstarif für Feierabendgespräche unter der Woche eingeführt. Für 7,50 Euro gibt es hier ebenfalls 1.000 Inklusivminuten für Telefonate in das deutsche Festnetz sowie netzinterne Gespräche. Ein ähnliches Angebot hat auch o2 im Programm: Wer monatlich 4,95 Euro extra zahlt, kann täglich zwischen 18 und 22 Uhr soviel telefonieren, bis das Ohr kocht. After Work Pack nennt sich dieser Spaß.
Großen Erfolg verzeichnen die Mobilfunker indes mit Vertragstarifen, bei denen es zu einer monatlichen Grundgebühr eine bestimmte Anzahl an Freiminuten dazu gibt. E-Plus war mit einem derartigen Tarifkonzept bereits vor einigen Jahren gestartet, nun zogen auch Vodafone, T-Mobile und zuletzt o2 nach.
Push to Talk
Neu am Markt – bisher aber leider nur bei T-Mobile verfügbar – ist der so genannte Push-To-Talk-Dienst. Dieses Angebot, das Handys zu kleinen Walkie-Talkies werden lässt, könnte mittelfristig den Erfolg der heute so beliebten SMS in den Schatten stellen. Um dies zu erreichen, müssen zunächst noch einige Barrieren überwunden werden. Nicht nur muss die netzübergreifende Push-To-Talk-Kommunikation gewährleistet sein, auch die Kompatibilität zwischen Geräten verschiedener Hersteller ist Voraussetzung, um den Dienst zu einer neuen Killer-Applikation werden zu lassen. Man darf gespannt sein, was in diesem Zusammenhang auf der CeBIT im März vorgestellt wird.
Handys keine Schnäppchen
Für Endkunden weniger erfreulich ist die Tatsache, dass die Subventionen für neue Handys immer weiter zurückgefahren werden. Die Mobilfunker sind inzwischen dazu übergegangen, nur noch Vieltelefonierern starke Ermäßigungen bei Vertragsabschluss zu gewähren. Wer wenig mit dem Handy telefoniert, muss für ein neues Gerät nun und auch in Zukunft den ein oder anderen Euro zahlen. Wenn das Handy in die Kategorie der Multimedia-Geräte fällt, können es auch mal 100 Euro und mehr sein.
Bald günstigere Mobilfunkangebote
Doch 2005 muss nicht das Jahr werden, in dem alles teurer wird. Im Gegenteil: Ein Blick auf den Markt zeigt nämlich, dass bei den Tarifen einiges ins Rollen kommen könnte. Tchibo hat gezeigt, was möglich ist, indem der Kaffeeröster einen Prepaid-Tarif mit einheitlichen Minutenpreisen einführte und von den Kunden nahezu überrannt wurde.
Ähnliche Konzepte hat kürzlich Payback angekündigt. Und auch der Gründer der Billig-Fluggesellschaft Easyjet will in Deutschland mit einem Mobilfunkangebot an den Start gehen, das einzig und allein über das Internet vertrieben wird. Service-Punkte vor Ort wird es nicht geben und das hierdurch eingesparte Geld zu Gunsten der Kunden in preiswertere Minutenpreise investiert, heißt es. Ein genauer Starttermin für den Mobilfunk-Discounter gibt es derzeit aber noch nicht.

(Hayo Lücke)

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