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Re: 2004 - Das Breitband-Jahr

Zum Ende dieses Jahres wollen wir die breitbandigen Ereignisse, die über das Jahr hinweg die Gemüter entzückten, Revue passieren lassen.

01.01.2005, 11:56 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Auch zum Ende dieses Jahres wollen wir die breitbandigen Ereignisse, die über das Jahr hinweg die Gemüter entzückten, Revue passieren lassen. Das Jahr 2004 stand ganz im Zeichen der Breitbandwelt.
2004 beginnt
Schon der Januar wusste zu überraschen. So kamen die ersten Übernahmegerüchte der "Kabel-Deutschland-Einkaufstour" ans Tageslicht - erst im September wurde öffentlich, dass die große Kabel-Fusion geplatzt sei. Ebenfalls für Aufsehen sorgte im ersten Kalendermonat die Meldung, dass die Deutsche Telekom in den kommenden Jahren das Telefonnetz modernisieren wolle.
T-Com läutet Revolution ein
Der wohl auffälligste Monat des vergangenen Jahres war der Februar: Die Bekanntgabe der Telekom, zum 1. April die T-DSL-Bandbreiten im Zuge der "1, 2, 3, Strategie" verschnellern zu wollen, überraschte die gesamte Breitbandwelt. Allgemeine Verwirrung machte sich breit: Wir erklärten in einem Special, was sich für die Endkunden ändern würde. Daraufhin, Anfang März, kündigte Konkurrent Arcor an, mit der Telekom gleichziehen zu wollen. In den folgenden Wochen und Monaten begannen die T-DSL-Provider, die Tarife für die neuen T-DSL-Bandbreiten zu kommunizieren. Schon bald pendelten sich die Flatrate-Grundpreise für T-DSL 1000 um 30 Euro, für T-DSL 2000 um 40 Euro und für den neuen Bandbreiten-Maximus, T-DSL 3000, um 50 Euro ein.
Zu spät: T-Online
Als einziger großer Provider verpennte T-Online den Start einer T-DSL-3000-Flatrate. Für uns Grund genug, dieses Eigentor der magentafarbenen Riesen in einer Glosse aufzuspießen. Im März war dann CeBIT-Zeit. Man erwartete große Neuerungen, erhielt jedoch einen Dämpfer. Voice-over-IP hier, Video-on-demand da - Innovationen? Fehlanzeige!
Breitband-Prominenz
Im April kündigte tlink an, sein Z-ISP-Backbone weiter ausbauen zu wollen. Für uns ein Anlass, unseren Lesern zu vermitteln, was ein Backbone eigentlich ist. Kabel BW krönte sich selbst zum "König Kabel", indem der Öffentlichkeit eine Flatrate mit bis zu 10 Mbit/s Downstream vorgestellt wurde. Der Vertrieb von T-DSL als eigenen Breitbandanschluss kam im Frühjahr in Mode, 1&1 machte den Anfang. Paradox: Im Mai stellte QSC erstmals auf T-DSL-basierende Internetzugänge vor und brach damit die Tradition, nur auf die eigene Infrastruktur zurückzugreifen.
Mc Donald's goes WLAN
Außerdem baute Mc Donald's einige seiner Filialen zu WLAN-Buden aus. Im Juni taufte 1&1 seine Produkte um, während die Telekom mit ihrem T-DSL Quick-Check kämpfte. Auch HanseNet meldete sich zu Wort und versprach, bald deutschlandweit agieren zu wollen.
Juli: "Upstream 512" startet
Zum 1. Juli konnte auch der Upstream des neuen T-DSL-3000-Anschlusses endlich im Upstream verbreitert werden. Für einmalig 24,99 Euro und monatlich 4,99 Euro von 384 auf 512 kbit/s. Erheiternd, dass die neue Option zu Beginn durch ein EDV-Problem nicht bestellbar war. Interessenten hatten so Geduld zu beweisen.
Mitte des Jahres warfen die großen Provider dann die feinmaschigen Fischernetze aus, um durch Erstatten der T-DSL-Einrichtungskosten so viele Neukunden zu fangen, wie irgend möglich. Vergünstigte Hardwarepakete sollten als Köder dienen. Ende Juli stand einmal mehr die T-Com im Rampenlicht. Der Chaos Computer Club veröffentlichte diverse Sicherheitslücken, mit denen es Hackern möglich war, Daten in der Online-Vertragsverwaltungssoftware zu ändern.
Eine Vision: "Upstream 256"
Es folgte das Sommerloch, in dem es wenig Erwähnenswertes zu berichten gab. Erst im September brannte der Breitbandboden wieder: "Upstream 256" für T-DSL 1000 wurde auf den Seiten der Telekom beworben. Leider stellte sich am nächsten Tag heraus, dass es "auf Grund eines unglücklichen Arbeitsfehlers" doch kein Upstream-Upgrade für den kleinsten T-DSL-Anschluss gebe. Sehr schade!
Fünf Millionen T-DSL-Anschlüsse, WiMAX...
Ende September schaltete die T-Com den fünfmillionsten T-DSL-Anschluss. Kurz darauf veröffentlichten wir ein Breitband-Special, das sich mit dem WLAN-Nachfolger und Breitband-Hoffnungsträger WiMAX auseinandersetzte.
Im November ging Arcor in die Offensive: Flatrate für alle Bandbreiten für sagenhafte 9,95 Euro pro Monat. Auch vergünstigten sich die Arcor-DSL-Anschlusskosten. Das Sahnehäubchen bildete jedoch eine neue Telefon-Flat, die bereits für 19,95 Euro zu haben ist. Am 8. November signierten T-Com und T-Online die Grundsatzvereinbarung zur Zusammenführung beider Konzerne. Kurz darauf veröffentlichte T-Online den Namen seiner neuen Billigmarke: Congster. Haben Sie sich auch beim Schmunzeln ertappt?
Jahresende naht
Nachdem Arcor ankündigte, im nächsten Jahr möglicherweise großflächig in die WiMAX-Technologie investieren zu wollen, meldete sich der hessische Kabelnetzbetreiber iesy mit neuen Internettarifen zurück.
T-DSL via Glasfaser kommt
Im Dezember meldeten wir dann exklusiv, dass bereits im Frühjahr 2005 mit T-DSL auch in Glasfasergebieten zu rechnen sei. Abgesehen davon kaufte freenet die STRATO Medien Gruppe und den Mehrwertdiensteanbieter Talkline ID.
Anfang des neuen Jahres startet der Tropolys-Verbund eine Telefon-Flatrate für 9,95 Euro pro Monat - auch die DSL-Anschlüsse werden schneller. Außerdem sind bis dahin alle T-DSL-Anschlüsse von den alten auf die neuen Bandbreiten umgestellt, wenn dies nicht schon zuvor im Zuge einer kostenlosen Umstellungsaktion selbst vorgenommen wurde.
Bleibt der Ausblick auf 2005 und die damit verbundene Hoffnung, dass das kommende Jahr genauso ereignisreich wird, wie das vergangene.

(Michael Müller)

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