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RCS-e: Whatsapp-Alternative der Netzbetreiber

Der mit SMS erzielte Umsatz geht drastisch zurück, Zulauf erhalten Gratis-Messenger im Internet. Laut "Focus" wollen die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefóncia Germany als Reaktion im Frühjahr den neuen RCS-e Messaging-Dienst starten, der Vorteile gegenüber bestehenden Services bieten soll.

27.01.2012, 10:03 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

In der Silvesternacht kam es wieder zum alljährlichen Ansturm auf die Mobilfunknetze. Im Netz der Deutschen Telekom kamen 77 Millionen SMS zusammen, Vodafone zählte rund 40 Millionen Kurznachrichten. Für die Netzbetreiber ist das ein lukratives Geschäft. Doch die Mobilfunker bekommen zunehmend Konkurrenz. Im Internet finden sich immer mehr Alternativen: Gratis-Messenger attackieren die kostenpflichtige SMS. Internetnutzer weichen auf Anwendungen wie WhatsApp oder Facebook aus. Der Umsatz mit Kurznachrichten ging zwischen 2006 und 2011 von 3,8 Milliarden Euro auf 2,8 Milliarden Euro zurück. Laut eines Berichts des Nachrichtenmagazins "Focus" wollen Telekom, Vodafone und Telefónica Germany noch in diesem Frühjahr einen gemeinsamen Messaging-Dienst starten, der etliche Vorteile bieten soll. E-Plus beteiligt sich nicht.

Einfacher Austausch von Multimedia-Inhalten

Der neue Dienst wird "Rich Communication Suite enhanced (RCS-e) heißen und wurde vom weltweit aktiven Branchenverband GSM Association (GSMA) entwickelt. RCS-e soll den Austausch von Textnachrichten, Sprache, Bilder, Videos und Dateien erlauben.

"Im Gegensatz zu vorhandenen Messaging-Diensten müssen sich die Kunden der Netzbetreiber, die RCS-e anbieten, keine Gedanken mehr machen, welche Kontakte welchen Messenger nutzen und wer wie am besten zu erreichen ist", sagt ein Vodafone-Sprecher gegenüber "Focus". Der Dienst zeige im Adressbuch an, ob beispielsweise ein Kontakt über genügend Bandbreite für den Empfang eines Videos verfügt.

RCS-e wird direkt in Smartphones integriert

Der neue RCS-e Messaging-Dienst wird nicht nur in Deutschland an den Start gehen. Bereits Mitte Januar kündigten beispielsweise die Telekom, Orange sowie Vodafone an, dass RCS-e im ersten Halbjahr dieses Jahres in Spanien verfügbar sein soll. Der neue Dienst soll multimediale Kommunikation mit jedem Netzwerk und jedem Smartphone ermöglichen. In Deutschland gibt es jedoch Einschränkungen: Da sich E-Plus nicht an RCS-e beteiligt, bleiben E-Plus-Kunden beim neuen Dienst zunächst außen vor. Die Technologie soll in diesem Sommer direkt in erste Smartphones integriert werden.

(Jörg Schamberg)

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