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Razzia gegen Hackergruppe "No Name Crew"

Nach Hackerangriffen auf Computersysteme der Polizei gingen die Ermittler am Donnerstag mit einer bundesweiten Razzia gegen führende Köpfe der Hackergruppe "No Name Crew" vor.

19.08.2011, 15:16 Uhr (Quelle: DPA)
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Für die Behörden war es peinlich: Einer Hackergruppe gelang es, in das Ortungs- und Peilsystem der Polizei einzudringen. Nun bekamen sieben Verdächtige unangemeldeten Besuch. Der Jüngste ist erst 15 Jahre alt.

Bundesweite Hausdurchsuchungen

Die Polizei hat nach den Hackerangriffen auf ihre Computersysteme erneut zurückgeschlagen: Gegen führende Köpfe der Hackergruppe "No Name Crew" gingen die Ermittler am Donnerstag mit einer bundesweiten Razzia vor. So seien wegen des Verdachts der besonders schweren Computersabotage in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Sachsen Wohnungen führender Mitglieder der Gruppe durchsucht worden, teilten das Landeskriminalamt NRW in Düsseldorf und die Staatsanwaltschaft Köln am Freitag mit. Mehr als 100 Polizisten seien im Einsatz gewesen. Festnahmen habe es nicht gegeben.

Gegen die Beschuldigten bestehe der Verdacht, dass sie gezielt Sicherheitslücken in IT-Systemen aufgespürt hätten, um die Kontrolle über betroffene Systeme zu erlangen. Nach der Festnahme eines 23-Jährigen Hackers Mitte Juli sei es vor allem durch computerforensische Auswertungen gelungen, sieben weitere Verdächtige zu ermitteln. Sie seien zwischen 15 und 29 Jahre alt.

Polizei stellt Computer, Festplatten und Server sicher

Die Gruppe soll für den Hackerangriff auf das Peil- und Ortungssystem der Polizei "Patras" mitverantwortlich sein. Mit "Patras" verfolgt die Polizei verdächtige Personen, Fahrzeuge oder Waren. Die Gruppe hatte brisante Daten und Telefonnummern aus dem Bereich der Zollfahndung ins Internet gestellt.

Computer, USB-Sticks, Festplatten, Router und Mobiltelefone seien sichergestellt worden. Mehrere Server, sowie erhebliche Datenmengen in Terabytegröße seien gesichert, angekündigte Datenverschlüsselungen verhindert worden. Ein Großteil der Verdächtigen habe sich kooperativ und aussagebereit gezeigt. Sie hätten die Zugehörigkeit zur "No Name Crew" gestanden und Entschlüsselungsdaten herausgegeben.

Gegen die Verdächtigen habe sich der Verdacht auf weitere Hackerangriffe im Internet und sonstige Delikte der Computerkriminalität ergeben. Die "No Name Crew" hatte weitere Angriffe angekündigt.

(Jörg Schamberg)

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