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Ravensburger mahnt Apple wegen "Memory" ab

Der klagefreudige iPhone-Hersteller Apple wurde nun selbst abgemahnt. Laut "Süddeutsche Zeitung" will der deutsche Spielehersteller Ravensburger verhindern, dass bei iTunes Spiele für iPhone und iPad zugelassen werden, die das Wort "Memory" enthalten.

Apple© Apple

Der US-Computerhersteller Apple knackt dank iPhone und iPad immer neue Verkaufsrekorde. Das erfolgsverwöhnte Unternehmen zeigt sich aber zunehmend klagefreudig. Nicht nur die großen Konkurrenten wie Samsung werden mit einer Klagewelle um Markenrechte und Patente überzogen. Kürzlich geriet beispielsweise auch das kleine Bonner Café Apfelkind ins Visier von Apples Anwälten. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" dreht der deutsche Spielehersteller Ravensburger, unter anderem bekannt für sein Gedächtnisspiel "Memory", den Spieß nun um. Ravensburger mahnte Apples Plattform iTunes ab. Dort erhältliche Spiele für iPhone oder iPad, die die von Ravensburger geschützte Wortmarke "Memory" benutzen, sollen aus iTunes entfernt beziehungsweise erst gar nicht dort zugelassen werden. Da Apple nicht reagierte, trafen sich die Anwälte des Spieleherstellers und des US-Konzerns nun vor dem Landgericht München I.

Ravensburger drängt auf Schutz seiner Rechte

"Vielleicht konnte auf die legitimen Vorwürfe nicht gleich richtig reagiert werden", versuchte ein Apple-Anwalt die träge Reaktion des US-Konzerns zu erklären. Bei iTunes, das sich schnell sehr erfolgreich entwickelt habe, sei nicht alles gut gelaufen. Apple zeigt nur wenig Verständnis für die Klage. "Man will doch auch künftig gute Geschäfte miteinander machen", so der Apple-Anwalt.

Die deutsche Gegenseite will jedoch nicht klein beigeben. Apple nehme seine eigenen Markenrechte "brutalst möglich" wahr, betonte der Anwalt von Ravensburger. Innerhalb kürzester Zeit könne Apple Apps bei iTunes sperren, die eigene Rechte des Konzerns verletzen. Mit erheblich geringerem Eifer bemühe sich Apple aber um den Schutz der Rechte von anderen Anbietern.

Gericht will Ende Januar entscheiden

Apple verweist darauf, dass "Memory" im englischsprachigen Raum kein geschützter Name sei. Bei einer weltweit aktiven Online-Plattform wie iTunes gebe es da "unglaubliche Schwierigkeiten". Doch Ravensburg beharrt auf deutsches Recht und will mit der Klage iTunes "auf Trab" bringen. Beide Seiten sind aber an einer gemeinsamen Lösung interessiert.

Das Münchener Landgericht setzte den Termin für die Urteilsverkündigung für den 31. Januar an. Gleichzeitig machte das Gericht bereits deutlich, dass es iTunes als Online-Händler und nicht als bloße Verkaufsplattform einstufe. Als Händler müsste iTunes aktiver auf Markenrechtsverstöße reagieren.

(Jörg Schamberg)

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