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Raus aus den Ruinen: AOL fährt Gewinne ein

AOL - das Kürzel stand einmal für Internetzugang in Deutschland. Harte Zeiten hat "American Online" seither hinter sich, aber jetzt gibt es wieder Hoffnung auf schwarze Zahlen. Ob sie trügt, bleibt anzuwarten.

06.11.2012, 19:43 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

AOL im Aufwind: Im dritten Quartal verbucht das Internet-Urgestein einen Gewinn von 20,8 Millionen Dollar (16,2 Mio Euro). Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 2,6 Millionen Dollar aufgelaufen. Die Geschäftszahlen gab AOL am Dienstag am Sitz in New York bekannt.

AOL beweist guten "Riecher"

Die Einnahmen aus Werbung waren um 7 Prozent gestiegen - und konnten damit die rückläufigen Abo-Erlöse auffangen. Auch im Patenthandel war AOL im August erfolgreich.

Der Gesamtumsatz stagnierte bei knapp 532 Millionen Dollar. Der höhere Gewinn kam offenbar durch Einsparungen zustande. Firmenchef Tim Armstrong ist seit 2009 an Bord und baut AOL zu einem Inhalteanbieter um. Der Konzern war mit Internetzugängen groß geworden. Seitdem die Telekomkonzerne und Kabelanbieter dieses Geschäft jedoch selbst betreiben, hat sich AOL auf Werbung im Umfeld von Medieninhalten verlegt.

Mit dem Platzen der Internet-Blase im Jahr 2001 wurde nicht nur das Fundament für die Mega-Fusion zwischen AOL und Time-Warner brüchig. AOL verpasste damals den Trend zu breitbandigen Internetanschlüssen und verlor in den Folgejahren massenhaft Kunden an andere Internet-Provider oder Kabelfirmen. In Deutschland verkaufte AOL seine Zugangskunden an Hansenet bzw. die Konzernmutter Telecom Italia und konzentrierte sich auf das Portalgeschäft.

Von Techcrunch bis ICQ

Mit den neuen Zugangswegen ins Internet entdeckten viele AOL- Mitglieder Inhalte außerhalb des geschützten AOL-Gartens im World Wide Web für sich. Als Konsequenz aus dieser Entwicklung verlagerte das Unternehmen viele Inhalte und Dienstleistungen aus dem geschlossenen AOL-Bereich ins offene Web.

Und bewies dabei einen guten Instikt: So kaufte Armstrong für 315 Millionen Dollar die populäre US-Onlinezeitung "Huffington Post". Auch die Technologieblogs "Engadget" und "TechCrunch" gehören zu AOL ebenso wie einst der populäre Messenger-Dienst ICQ, der heute immernoch verbreitet ist. Er ging jedoch 2010 in die Hände des russischen Internet-Unternehmens Digital Sky Technologies über.

(Dorothee Monreal)

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