News

Raubkopierer werden immer schärfer verfolgt

Seit 2004 wurden in Deutschland schon rund 3.000 Klagen gegen illegale Musikanbieter eingereicht.

04.04.2006, 13:07 Uhr
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Wer über illegale Download-Tauschbörsen urheberrechtlich geschützte Musikdateien anbietet, läuft immer stärker Gefahr, dabei erwischt zu werden. Wie der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft bekannt gab, werden bei der Verfolgung von Raubkopierern immer häufiger die Inhaber von Telefonanschlüssen zur Verantwortung gezogen, über die Verstöße gegen das Urheberrecht ausgeführt wurden. Dieses Vorgehen sei inzwischen von mehreren Gerichten bestätigt worden. Es greife die so genannte "Störerhaftung".
Inhaber von Telefonanschlüssen haftbar
So habe zum Beispiel das Landgericht Düsseldorf entschieden, dass die Eltern haftbar für illegale Musikangebote ihrer beiden Söhne im Alter von 15 und 16 Jahren sind. Die Sprösslinge hatten bei bearshare Musikdateien zum Download angeboten, wodurch die Eltern Gerichtskosten und Schadensersatz in Höhe von rund 5.000 Euro zahlen mussten. Auch ein Krankenhaus in Kassel musste 5.500 Euro Schadensersatz zahlen, weil Mitarbeiter offensichtlich im Rahmen ihrer Dienstzeit knapp 2.000 Titel illegal zum Herunterladen angeboten hatten.
Insgesamt wurden in Deutschland seit Beginn der international koordinierten Verfolgung von Raubkopierern im März 2004 rund 3.000 Fälle von Urheberrechtsverletzungen zur Anzeige gebracht. Dabei wurden mehr als 500 zivilrechtliche Vergleiche geschlossen. Die weiteren Verfahren sind noch bei den Staatsanwaltschaften anhängig. Die Schadensersatzzahlungen lagen zwischen 2.000 und 15.000 Euro, der Durchschnitt beträgt 3.000 Euro.
International erfolgreich
International wurden in den letzten Jahren gegen illegale Musikanbieter in so genannten Tauschbörsen rund 23.000 Verfahren in Argentinien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Finnland, Großbritannien, Hong Kong, Irland, Island, Italien, Japan, den Niederlanden, Österreich, Singapur, Schweden und den USA durchgeführt. In Portugal und Mexiko werden in diesen Tagen erstmals vergleichbare Verfahren eingeleitet.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang