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Ratgeber: PC für den Verkauf bei eBay fit machen

Schmutzig und ungeliebt: Der alte PC fängt Staub im Keller. Eigentlich könnte man ihn bei eBay verkaufen. Doch lohnt sich der Verkauf noch? Onlinekosten.de hilft, den Rechner für eBay fit zu machen.

31.01.2007, 09:01 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Glänzend steht der neue PC unter dem Schreibtisch. Doch was geschieht mit seinem Vorgänger, der im Keller verstaubt? Für den Elektronikschrott ist er zu schade, wenn er noch funktioniert. Warum also nicht noch ein paar Euro aus der alten Kiste herausholen und sie bei eBay verkaufen? Der folgende Ratgeber zeigt in neun einfachen Schritten, wie ein PC optimal für den Verkauf vorbereitet wird.
1. Bestandsaufnahme
Zunächst einmal sollte herausgefunden werden, ob sich ein Verkauf überhaupt lohnt. Dazu sind einige Daten wichtig: Wie alt ist die Maschine, um was für ein Fabrikat und welche Bauform handelt es sich? Welcher Prozessor und welche Grafikkarte wurden verbaut? Wie viel Speicher hat das Gerät? Nun sollten ähnliche Geräte bei eBay herausgesucht werden, um den aktuellen Marktwert zu prüfen.
Zu bedenken ist: Je älter das Gerät, desto niedriger der Preis. Zudem gilt, dass spezielle Bauformen wie Laptops höhere Preise als Notebooks erzielen. Zudem sollten die hohen eBay-Gebühren und der Aufwand von ein bis zwei Stunden nicht außer acht gelassen werden, denn der PC muss erst einmal fit für den Verkauf gemacht werden. Lohnt sich der Verkauf nicht mehr, so wandert das Gerät meist auf den Elektronik-Müll. Doch auch verschenken oder spenden ist eine Alternative: Oft freuen sich gemeinnützige Vereine wie Kinder- und Tierheime über Sachspenden dieser Art.
2. Funktionsprüfung
Bevor das Gerät verkauft oder gespendet wird, sollte auf jeden Fall ein Funktionstest durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Hardware intakt ist. Störgeräusche beim Hochfahren weisen beispielsweise auf Defekte hin.
Wichtig ist es, alle Laufwerke durchzutesten. Dazu sollte der Inhalt einer CD auf die Festplatte kopiert, eine DVD gebrannt und die Dateien auf eine Diskette kopiert werden. Die Anschlüsse lassen sich mit Hilfe von Peripherie-Geräten testen: Werden diese erkannt, ist der Anschluss in Ordnung. Funktioniert der Rechner einwandfrei, kann er für den Verkauf aufgemöbelt werden. Ein alter Computer ist in der Regel randvoll mit Daten aller Art. Aus Datenschutzgründen gilt es, alle persönlichen Daten vom PC zu entfernen, also Bilder, Dokumente, Passwörter und Browser-Favoriten. Zusätzlich müssen aus Gründen des Urheberrechts sämtliche Programme und Dateien gelöscht werden, die nicht mit dem PC verkauft werden sollen.
3. Daten schreddern
Das Problem: Windows legt Daten kreuz und quer im System ab. Es wurden von Benutzer möglicherweise eigene Ordner angelegt. MP3s und Filme, wenn auch legal von den eigenen CDs und DVDs gerippt, dürfen ohne Dreingabe der Original-Datenträger nicht verkauft werden. Wer Daten ohne die Lizenz verkauft, macht sich strafbar.
Unsinn: Windows zurücksetzen
In vielen Ratgebern zum Thema "PC-Verkauf" ist zu lesen, dass sich ein Windows-Rechner über die Systemwiederherstellung in den Neuzustand zurückversetzen lässt. Das stimmt jedoch nicht, vielmehr geht der Verkäufer so das Risiko ein, möglicherweise vertrauliche Daten in fremde Hände fallen zu lassen. Deshalb sollten direkt zur Extrem-Variante gegriffen und die Festplatte komplett gelöscht werden.
Simples Löschen oder Formatieren reicht jedoch nicht, da sich die Daten mit einem Datenrettungs-Tool problemlos wiederherstellen lassen. Die einfachste Option ist die Verwendung einer Boot-Diskette, von der aus die Daten effizient entfernt werden können. Dazu eignet sich das Tool CBL Daten-Schredder hervorragend. Es löscht Daten nach behördlichen Richtlinien und kann von CD oder Diskette ausgeführt werden.
Sind die Daten einmal mit einem Programm wie dem CBL Daten-Schredder entfernt, lassen sie sich nicht mehr wiederherstellen. Der Rechner ist völlig leer und kann theoretisch neu aufgesetzt werden, was jedoch einige Zeit in Anspruch nimmt. Der Verkäufer hat nun zwei Optionen: Entweder, den Rechner "nackt" bei eBay einstellen und die originale Windows-Lizenz und die Treiber-Datenträger beilegen, oder das System neu aufgesetzt verkaufen. In beiden Fällen sollte der Auktionstext einen entsprechenden Hinweis enthalten. Wenn eine Windows-Lizenz mit dem Rechner verkauft werden soll, kann Windows nun von der CD installiert werden. Folgen sollten die aktuellsten Treiber für alle Systemkomponenten wie Grafikkarte und eventuell mitverkaufte Peripheriegeräte wie Scanner und Drucker. Diese sind in der Regel auf den Hersteller-Websites vorhanden.
4. Neuinstallation
Der Weg dorthin führt oft über Hersteller-Verzeichnisse, wie Treiber.de. Die Peripherie sollte nach der Treiber-Installation immer nochmal überprüft werden. Natürlich kann es vorkommen, dass der Verkäufer die Windows-Lizenz behalten möchten, etwa weil bei einem neuen PC kein Windows dabei war. Dann darf das Betriebssystem nicht installiert werden. Als Alternative bietet sich eine einfache, freie Linux-Distribution wie Ubuntu an. So kann jeder Rechner kostenlos mit einem Betriebssystem versorgt werden.
5. Gehäuse reinigen
Sind alle Software-Schwierigkeiten behoben, muss der Rechner gereinigt werden. Besonders Raucher-PCs haben das dringend nötig. Der PC sollte vor der Reinigung vom Stromnetz getrennt werden. Zudem sollten innerhalb des Rechners keine Reinigungsmittel zum Einsatz kommen – ansonsten droht Kurzschlussgefahr.
Ganz normale Fensterreiniger haben sich bei der oberflächlichen Reinigung von PC-Gehäusen sowie bei Komponenten wie Maus, Tastatur und Monitor bewährt. Das Reinigungsmittel sollte jedoch nie direkt auf die Geräte gesprüht werden, sondern immer erst auf ein Tuch, mit dem das Gehäuse dann problemlos abgewischt werden kann. Hartnäckige Verschmutzungen können zudem mit der rauen Seite eines Topfreiniger-Schwamms und etwas Reinigungsmittel entfernt werden.
6. Innenleben entstauben
Nun geht es ans Innenleben: Gehäuse lassen sich in der Regel einfach öffnen. In vielen PCs befindet sich auf allen Komponenten eine dicke Staubschicht, zusätzlich liegen Staubmäuse im Gehäuse und klemmen in den Lüftern. Es gibt nur eine Möglichkeit, den Staub loszuwerden: Pusten. Aber bitte nicht mit dem Mund! Ein Speicheltropfen könnte die möglicherweise noch wertvolle Hardware in Elektronikschrott verwandeln. Spezielle Druckluft-Reiniger gibt es im Elektronik-Fachhandel ab etwa acht Euro. Der Schmutz sollte damit aber nicht verteilt, sondern gezielt aus dem Gehäuse gepustet werden. Dazu eignen sich auch gereinigte Airbrush-Geräte. Der Staubsauger sollte hingegen in der Abstellkammer bleiben. Zu schnell verbiegen die groben Düsen Bauteile, zu einfach landen locker installierte Kleinteile wie Jumper im Saugerbeutel. Selbst spezielle Sauger-Sets, wie sie zum Beispiel bei Conrad oder Pearl angeboten werden, eigenen sich kaum für die Innenreinigung, besteht doch immer die Gefahr einer Berührung und eines Kurzschlusses. Insofern ist Druckluft die einzig wahre Alternative.
7. Lüfter reinigen
Besondere Aufmerksamkeit bei der Reinigung sollte den Lüftern zukommen. PCs verfügen über zahlreiche solcher kleinen Ventilatoren. Beginnend beim Netzteil über den Prozessor- und den Grafikkarten-Kühler bis hin zu Extra-Lüftern im Gehäuse. Die schnell drehenden Kühlmaschinen sind wahre Staubfänger und gehören in der Regel zu den verdrecktesten Teilen im PC überhaupt. Auch hier sollte die Reinigung mit einer Druckluft-Düse erfolgen.
Doch Vorsicht: Lüfter sind Elektromotoren und damit gleichzeitig Generatoren. Genau, wie der Lüfter sich bei Stromzufuhr dreht, erzeugt er bei manueller Drehung Strom. Bei kleinen Drehungen stellt das kein Problem dar. Wird der Lüfter jedoch mit einem Staubsauger oder einer Druckluft-Maschine stark gedreht, kann der erzeugte Strom die Komponenten des Rechners beschädigen. Deshalb sollte Luft nur in kurzen, präzisen Stößen und möglichst flach über den Lüfter gejagt werden, um unnötige Drehbewegungen zu vermeiden. Profis können die Lüfter zur Reinigung auch vom Mainboard trennen oder ganz ausbauen.
8. Laufwerke reinigen
Disketten- und optische Laufwerke sind ebenfalls Staubfänger. Deren Reinigung gestaltet sich jedoch schwierig. Funktioniert das Laufwerk, sollte von Reinigungsdisketten und vor allem Reinigungs-CDs Abstand genommen werden. Das Risiko eines Defekts ist zu groß. So verkratzen die Borsten von Reinigungs-CDs gnadenlos die Linsen optischer Laufwerke. Der Einsatz empfiehlt sich nur noch in Laufwerken, die ohnehin durch Dreck nicht mehr richtig funktionieren.
9. Finaler Funktionscheck
Ist der Rechner sauber und neu installiert? Dann sollte ein erneuter Funktionstest folgen, am besten mit Zeugen. Dadurch wird sichergestellt, dass der eBay-Käufer funktionierende Ware erhält und es im Streitfall jemanden gibt, der bezeugen kann, dass der Rechner funktioniert hat. Die Funktionsprüfung selbst sollte ablaufen wie in Schritt 1, der Rechner sollte auf Herz und Nieren geprüft werden. Funktioniert er einwandfrei, steht einem erfolgreichen Verkauf nichts mehr im Wege.

(Christian Rentrop)

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