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Ratgeber: Notebook-Akkus richtig pflegen

Viele wundern sich, wenn der Notebook-Akku schon nach wenigen Monaten schlapp macht. onlinekosten.de erklärt, woran das liegt und wie man Akkus richtig behandelt.

08.01.2006, 17:02 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Endlich: Das neue Notebook ist da und läuft auch ohne Steckdose über fünf Stunden. Alles perfekt also? Bei weitem nicht: Je nachdem, wie der Nutzer seinen Akku pflegt, fehlt dem Stromspender schon nach wenigen Monaten die Energie, um das Notebook über mehrere Stunden am Leben zu erhalten. Da nützt es auch nichts, wenn der neueste und sparsamste Mobilprozessor unter der Haube steckt. onlinekosten.de hat sich den schwächelnden Notebook-Akkus angenommen, und nach Auswegen vor frühem Kapazitätsverlust gesucht.
Sensibler Energiespeicher
In neueren Notebooks steckt meist ein Lithium-Ionen-Akku (LiIon). Die kleinen Stromdepots sind High-Tech-Pakete mit dem besten Verhältnis der gespeicherten Energiemenge zum Gewicht. Gegenüber der billigeren Nickel-Cadmium- (NiCd) oder Nickel-Metallhydrid-Bauweise (NiMH) bieten LiIon-Akkus einen entscheidenden Vorteil: Sie können in jedem beliebigen Ladezustand geladen werden, ohne die "Memory Effekt" genannte Verschleißerscheinung. Denn NiCd- und NiMH-Akkus müssen möglichst vollständig geladen werden. Sonst "merkt" sich der Akku nach einiger Zeit die kurzen Ladezyklen und kann schon bald nicht mehr vollständig gefüllt werden.


Ein Problem haben aber auch LiIon-Akkus: Die Energiespender werden langsam aber stetig immer schwächer - auch wenn sie nicht genutzt werden. Die Lebensdauer beträgt maximal fünf Jahren, danach dürfte selbst der optimal gepflegte LiIon-Akku schwach werden. Der Vorgang wird durch häufiges Laden und Entladen des Akkus erheblich beschleunigt. Die Lebenszeit hängt also auch mit der Anzahl der Ladezyklen zusammen: Je öfter der Akku ge- und entladen wird, desto schneller verliert er seine Kapazität.
Begrenzte Lebenszeit
Notebookhersteller wie Dell geben für die verbauten Li-Ion-Akkus eine Lebensdauer von 300 bis 500 Ladezyklen an. Wer sein Notebook nicht täglich im Akkubetrieb laufen lässt, sollte mit seinem Akku demnach mehrere Jahre auskommen. Viele Akkus fangen jedoch schon nach einigen Monaten an zu schwächeln. Es scheint paradox: Meist sind es die Akkus von Notebookbesitzern, die häufig im Netzbetrieb arbeiten, den Akku also gar nicht nutzen. Doch gerade das Arbeiten im Netzbetrieb ist Schuld: Obwohl der Akku im Netzbetrieb nicht genutzt wird, verliert er Energie. Allerdings so wenig, dass es den meisten Nutzern nicht auffallen dürfte. Dem Powermanagement des Notebooks hingegen entgeht der Energieverlust in keinem Fall. Die Software sorgt dann dafür, dass der Akku immer voll geladen ist. Diese Teilladungen unter den hohen Umgebungstemperaturen im Akkuschacht machen dem Akku ordentlich zu schaffen, erklärt uns Dr. Jens Lübke vom Frauenhofer-Institut für chemische Technologie.
Nur ein halbes Jahr
Das kann dazu führen, dass ein Notebook schon nach einem Jahr im Akkubetrieb statt anfangs vier nur noch drei oder zwei Stunden durchhält, obwohl der Akku kaum richtig benutzt wurde. Auch die Notebookhersteller haben das Problem erkannt und ziehen sich geschickt aus der Affäre: Die Garantie vieler Akkus ist auf ein halbes Jahr begrenzt – auch wenn die gesetzliche Gewährleistung des Notebooks zwei Jahre beträgt.
Leider gehen die Hersteller anscheinend davon aus, dass der Nutzer mit seinem Notebook ständig unterwegs ist, und das Gerät nur zum Laden des Akkus an das Netzteil anschließt. Einzige Lösung für Nutzer, die ihr Notebook häufig an der Steckdose betreiben: Der Akku muss vor längerem Arbeiten am Stromnetz immer herausgenommen werden. Musste hierfür bei älteren Notebooks noch das Gehäuse aufgeschraubt werden, ist das bei den meisten aktuellen Geräten per Schiebeschalter mit wenigen Handgriffen geschehen.
Betreutes Lagern
Allein mit dem Herausnehmen des Akkus vor der Arbeit im Netzbetrieb ist die optimale Akkupflege allerdings noch nicht erfüllt. Nutzer, die lange Freude an ihrem Akku haben möchten, müssen weitere Details beachten: Der Akku sollte bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad gelagert werden und möglichst nicht voll geladen sein. Der optimale Ladestatus für das Zwischenlagern liegt bei rund 40 Prozent. Für Heimarbeiter, die ihren Akku gleich mehrere Monate aus dem Notebook verbannen, empfiehlt es sich zudem, den Akku etwa einmal pro Monat vollständig zu entladen und wieder auf 40 Prozent zu bringen. Doch was, wenn der Akku altersschwach wird? Oder schwächelt, weil er bereits seit einem Jahr im Netzbetrieb schmort? Ist die Batterie erstmal hinüber, wird es teuer. Die Hersteller verlangen horrende Preise, so dass ein defekter Akku bei einem alten Notebook meist einem Totalschaden gleichkommt. Die Akkus gänggier Notebooks kosten zwischen 100 und 140 Euro; bei kompakten Akkus von Subnotebooks werden sogar bis zu 200 Euro fällig.
Teurer Akku
Noch schlimmer ist, wenn der Hersteller Ersatz-Akkus für das entsprechende Notebook nicht mehr führt. Dann bleibt nur noch die Suche nach Ersatz. Das sind oft Billig-Akkus, die aber dem Original qualitativ hinterherhinken. Beim Kauf des Notebooks schon einen Akku auf Reserve zu kaufen ist wenig empfehlenswert, da die Akkus auch unbenutzt altern.
Wer beim Kauf eines neuen Notebooks auf eine lange Akkulaufzeit achtet, muss genau hinschauen. Oft geben die Händler bei Akkus wenig aussagende Informationen wie die Anzahl der Zellen oder die lediglich die Milliampère-Stunden (mAh) an. Tatsächlich wird die Kapazität der Akkus in Watt-Stunden (Wh) angeben, und berechnet sich aus den Milliampere-Stunden multipliziert mit der Spannung (V) (mAh x V / 1000 = Wh). Außerdem gilt es, auf das Herstellungsdatum des Akkus zu achten - der Akku sollte möglichst jung sein.
Geld und Ärger gespart
Auch wenn häufiges Herausnehmen des Akkus lästig ist, der Aufwand lohnt sich: Bei sorgsamem Umgang halten die mobilen Stromdepots meist länger als vom Hersteller vorgesehen und nicht selten länger als das Notebook. Das erspart den Ärger über den teuren Nachkauf eines zweiten Akkus – und über die teils unverschämt kurzen Akku-Garantiezeit der Hersteller.

(Klaus Wiesen)

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