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Rapidshare will Uploads nicht kontrollieren

Der umstrittene 1-Click-Hoster sträubt sich gegen die Verordnung zur Überprüfung hochgeladener Dateien. Technische als auch rechtliche Hürden seien dabei im Weg.

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Der umstrittene 1-Click-Hoster Rapidshare stemmt sich gegen die Aufforderung, Inhalte künftig bereits im Vorfeld auf ihre Rechtmäßigkeit hin zu überprüfen. "Unser Standpunkt in dieser Sache ist klar", sagt der Geschäftsführer Bobby Chang in einer Unternehmensmitteilung. "Wir sagen nein zum 'Kontrollnet' und stehen für die Sicherheit persönlicher Daten."

Überprüfung unmöglich

Nicht erst seit dem jüngsten Urteil des Hamburger Oberlandesgerichts (OLG) steht Rapidshare im Visier der Justiz. Anfang Oktober gaben die Richter dem Online-Speicherplatzanbieter eine Mitschuld an Urheberrechtsverletzungen und verdonnerten ihn dazu, "alles Zumutbare zu tun, um kerngleiche Verstöße zukünftig zu unterbinden". Leichter gesagt, als getan, heißt es nun im Schweizerischen Cham, wo Rapidshare seinen Sitz hat. "Das Unternehmen hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass dies derzeit technisch und rechtlich unmöglich ist", heißt es dort. Weder Software-Filter noch die manuelle Überprüfung von Uploads könnte jemals den Verwendungszweck einer Datei erkennen – immerhin könne es sich auch um eine Privatkopie handeln, die nach dem Urheberrechtsgesetz völlig legal sei. Darüber hinaus sei es in der Praxis nicht unüblich, dass Nutzer ihre Dateien als verschlüsselte Archive hoch laden würden.

Keine Komplettkontrolle in der Zukunft

"160 Millionen Dateien wurden bereits bei Rapidshare hochgeladen. Eine Zahl, die beweist, dass die Welt auf das Bewegen von wichtigen Daten von A nach B angewiesen ist", fasst Bobby Chang seinen Standpunkt zusammen. "Wie bei jeder neuen Technologie gefällt das Ergebnis aber nicht allen und sie fordern Kontrolle." Eine Überprüfung von Uploads würde es bei Rapidshare auch in Zukunft nicht geben. "Genauso stellen wir uns aber auch gegen die illegale Verbreitung urheberrechtlich geschützter Dateien", stellt Chang klar. "Und tun auch weiterhin alles Machbare, um eine solche zu verhindern."

Rapidshare tüftelt an einer Lösung

Wie diese Pläne konkret aussehen, wollte ein Sprecher onlinekosten.de gegenüber noch nicht detailliert offenlegen. Ob künftig Zwangsregistrierungen oder die Protokollierung von Up- und Downloads stattfinden, bleibt damit unklar. Rapidshare arbeite derzeit an einer Lösung, die einerseits den neuen Vorgaben des Gerichtes gerecht wird und andererseits die Privatsphäre der User schützt. "Wir löschen alle Raubkopien, die uns bekannt werden, wir setzen darüber hinaus Software-Filter ein. Unsere Abuse-Mitarbeiter kümmern sich um die gemeldeten Raubkopien. Damit leisten wir mehr als gesetzlich verlangt", so der Sprecher.

(André Vatter)

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