IT-Sicherheit

Ransomware: 30 Prozent mehr Attacken weltweit - deutsche Nutzer im Visier

Ransomware, erpresserische Verschlüsselungssoftware, belästigt derzeit Heimanwender und Unternehmen. Mobile Ransomware sieht es am zweithäufigsten auf deutsche Nutzer ab.

Marcel Petritz, 06.05.2016, 17:30 Uhr
Daten-Sicherheit© maxkabakov / Fotolia.com

Ingolstadt - Die Bedrohung durch Ransomware für private Anwender und Unternehmen hat im ersten Quartal 2016 deutlich zugenommen. Besonders deutsche Nutzer haben oft mit erpresserischer Verschlüsselungssoftware zu kämpfen, wie die IT-Sicherheitsfirma Kaspersky mitteilt.

Anstieg um 30 Prozent

So stieg im Vergleich zum letzten Quartal weltweit die Anzahl neuer Ransomware-Arten um 14 Prozent, die Zahl der attackierten Nutzer stieg mit 30 Prozent noch deutlicher an. Nach Angaben von Kaspersky hat der Sicherheitsanbieter bei seinen Lösungen zwischen Januar und März 2016 insgesamt 372.602 Ransomware-Attacken verzeichnet, davon fallen 17 Prozent auf den Unternehmensbereich.

Noch stärker ist die Bedrohung durch Ransomware gestiegen, die es in erster Linie auf Smartphones abgesehen hat. Hier konnte Kaspersky ein Wachstum von 46 Prozent registrieren. Vor allem deutsche Anwender stehen im Fokus der Angreifer - Deutschland belegt beim prozentualen Anteil der angegriffenen Nutzer laut Kaspersky den zweiten Platz.

"Locky" und "Petya" noch aktiv

Am aktivsten war der Ransomware-Schädling "Locky", der auch Anfang Mai noch sein Unwesen treibt. Auch der Erpresserschädling "Petya" ist noch im Umlauf: "Petya" kann nicht nur auf einem Computer befindliche Daten verschlüsseln, sondern auch den Master Boot Record (MBR) der System-Festplatte überschreiben - danach kann das Betriebssystem nicht mehr gestartet werden.

"Ransomware ist derzeit so beliebt, weil das dahinterstehende Geschäftsmodell sehr einfach ist: Gelangt ein Erpresserprogramm auf ein System, gibt es kaum noch eine Möglichkeit, den digitalen Erpresser loszuwerden, ohne dass persönliche Informationen verloren gehen", erläutert Aleks Gostev, Sicherheitsexperte bei Kaspersky Lab. "Zudem kann der Bezahlvorgang des Lösegelds über Bitcoins anonym und daher kaum nachvollziehbar erfolgen – was für Betrüger sehr attraktiv ist. Auch sehen wir immer häufiger Ransomware-Service-Geschäftsmodelle, bei denen Cyberkriminelle ein Entgelt für die Verbreitung von Malware oder einen Anteil des erpressten Lösegelds bei einem infizierten Nutzer bezahlen."

Sicherheitsmaßnahmen

Es empfiehlt sich ein vorsichtiger Umgang mit verdächtigen E-Mails und das regelmäßige Einspielen aller sicherheitsrelevanten Updates. Zudem sollten Backups von wichtigen Daten angelegt werden.

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