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Quasseln ohne Ende: Kostenlos ins Festnetz voipen

Dank Voice-over-IP (VoIP) sind Gratis-Telefonate derzeit aller Orten möglich. onlinekosten.de verrät Ihnen wo.

06.08.2006, 12:01 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

"Kostenlos Telefonieren!" Das klingt ein wenig wie Werbung zu Zeiten der Dot-Com-Blase. Doch zusammen mit dem Hype, der derzeit um Voice-over-IP (VoIP) herrscht, entsteht eine attraktive Mischung, die viele Websurfer das Telefonieren über das Internet einmal ausprobieren lässt. Dass es diesmal keine Blase sein muss, zeigen die Fakten: die Anzahl der Internettelefonie-Anbieter steigt und steigt, gleichzeitig fallen die Preise für Telefonate in die Festnetze.
Kundenbindung
Das ist für einige VoIP-Provider der Grund, beide Trends zu kombinieren und Gratis-Telefonate in das normale Telefonnetz über VoIP zu ermöglichen. Im Hinterkopf immer der Gedanke, die Kunden besser an sich binden zu können. Bei manchen Angeboten sind Bedingungen an die kostenlosen Anrufe geknüpft, bei anderen kann direkt lostelefoniert werden.
Allen voran Skype: Die wahrscheinlich populärste VoIP-Software ersetzt für viele mittlerweile auch den Instant Messenger. Während der "Skype Sommer Days" gibt es immer mittwochs im August Gratisguthaben. Um das zu bekommen, muss sich der User in seinen Account auf der Skype-Homepage einloggen und auf einen Banner klicken. Das Guthaben kann für Anrufe in alle Länder verwendet werden, die mit SkypeOut erreichbar sind.
Mit Goober ins Festnetz
"Goober" bietet ebenfalls kostenlose Anrufe, allerdings nur ins deutsche Festnetz und nur für die Startphase des Messengers. Wie lange diese dauert wird nicht verraten. Goober ähnelt Skype in vielen Punkten, allerdings können mit dem Multimessenger auch Freunde in anderen IM-Netzwerken wie ICQ oder MSN erreicht werden. Die Version für Java-Handys ermöglicht es auch unterwegs in Kontakt mit den eigenen Leuten zu bleiben, es fallen dann lediglich die Kosten für den GPRS-Datentransfer an.
Auch das Gizmo Projekt wirbt mit kostenlosen Anrufen. Die Liste der Länder, die mit der Software erreichbar sind, ist lang: neben fast allen europäischen Ländern sind auch Gratis-Anrufe nach Australien, China oder Japan möglich. Der Haken ist jedoch, dass die Angerufenen ebenfalls bei Gizmo angemeldet sein müssen und den Dienst aktiv nutzen sollen.
Kein Headset, kein PC
Wer keine Lust hat, ständig beim Telefonieren vor dem PC zu sitzen, kann auch eines der Gratis-Angebote von webbasierten Internettelefonie-Anbietern nutzen. Dafür ist kein Headset nötig, denn das Gespräch läuft über das normale Telefon. Es muss lediglich über die Internetseite des jeweiligen Anbieters die eigene Telefonnummer und die Rufnummer des gewünschten Gesprächspartners eingegeben werden.
Kostenlos? Jajah!
Um in den Genuß von kostenlosen Telefonaten über Jajah zu kommen, müssen sich auch hier - ähnlich wie bei Gizmo - beide Teilnehmer für den Dienst registrieren. Dann sind kostenlose Gespräche in viele Länder der Welt (Deutschland inbegriffen) möglich. Allerdings hat Jajah eine "FairUse"-Policy und appeliert an Dauertelefonierer doch auch eines der gebührenpflichtigen Zusatzfeatures von Jajah zu buchen.
Ohne jegliche Registrierung lässt sich mit "Peter" vom deutschen Festnetz in viele Länder telefonieren - wenn auch die Anrufe maximal nur 30 Minuten lang sein dürfen. Danach ist eine erneute Anwahl jedoch direkt wieder möglich. "Peterzahlt.de" funktioniert täglich zwischen 6 und 24 Uhr und wird von der GoYellow AG angeboten.
Da auch in Zukunft weitere VoIP-Anbieter auf den Markt kommen werden oder bestehende Firmen neue Kunden an sich binden wollen, ist auch weiterhin mit dem ein oder anderen Gratisangebot zu rechnen.
Handys nicht erreichbar
Bislang noch nicht mit dabei sind kostenlose Anrufe in die deutschen Mobilfunknetze. Zwar werben einige der Anbieter auch mit Gratis-Telefonaten zu Handys, jedoch sind damit nur ausländische Mobiltelefone in einigen wenigen Mobilfunknetzen gemeint.
Zwar nicht kostenlos, aber immerhin deutlich günstiger als die heutigen Roaming-Preise ist das Angebot von Rebtel. Befindet sich ein Nutzer beispielsweise im Urlaub im Ausland, kann er für alle seine Freunde lokale Rufnummern generieren. Ruft er diese mit einer Prepaid-Karte des Landes an, zahlt er nur die nationalen Gebühren und einen Aufschlag von Rebtel, die das Gespräch zur eigentlichen Zielrufnummer weiterleiten. Rufen die Freunden den Anrufer auf einer für sie ebenfalls lokalen Rufnummer zurück, telefonieren beide Teilnehmer international zum Ortstarif miteinander.
Spass-Faktor: Alles bunt, alles Softphone
Ebenfalls auffallend: Unter den Gratis-Angeboten finden sich bislang keine Provider, die ihre VoIP-Dienste hauptsächlich als "richtigen" Telefon-Ersatz mit eigener Rufnummer und Hardware-Telefon anbieten. Vielmehr laufen alle kostenlosen Telefonate entweder über ein Softphone oder eben webbasiert über das herkömmliche Telefon und sprechen so mehr den Spass-Faktor an.
Einzige Ausnahme: SparVoip. Allerdings muss auch hier zuerst das Softphone heruntergeladen werden, um sich bei dem Dienst anmelden zu können. Danach kann jedoch jedes SIP-Telefon mit den Zugangsdaten gefüttert werden und kostenlos in die Festnetze von Chile, China, Deutschland, Gibraltar, Hong Kong, Japan, Kanada, Malaysia, Neuseeland, Niederlande, Polen, Singapur, Süd Korea, Taiwan und Ungarn telefoniert werden. Dabei sind pro Woche maximal 300 kostenlose Minuten möglich, wird diese Zahl überschritten werden die Gespräche dann mit einem Cent pro Minute berechnet.

(Christopher Bach)

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