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QSC macht dank striktem Sparkurs wieder Gewinn

Trotz rauem Umfeld durch die Wirtschaftskrise konnte der Kölner Konzern seinen Umsatz im ersten Quartal um zehn Prozent steigern. Im März hatte QSC die Vermarktung seiner Privatkundenprodukte eingestellt.

13.05.2009, 11:34 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Der Kölner Telekommunikationsanbieter QSC hatte im Februar einen positiven Ausblick für das Jahr 2009 gemeldet. Das Unternehmen, das über eine eigene bundesweite NGN-Infrastruktur verfügt, konnte mit den nun vorgelegten Bilanzzahlen für das erste Quartal dieses Jahres die positive Erwartung bekräftigen.
Umsatz steigt um zehn Prozent
Demnach konnte der Umsatz von Januar bis März trotz Wirtschaftskrise um zehn Prozent auf 107,6 Millionen Euro gesteigert werden. Im Vorjahreszeitraum lag dieser noch bei 97,5 Millionen Euro. QSC sieht insbesondere die Konzentration auf höhermargige Geschäftskundenprodukte und frühzeitig getätigte Investitionen in den eigenen Netzausbau als Gründe für die gute Verfassung des Providers.
Konzentration auf Businesskunden und Wholesalemarkt
Seit März vermarktet QSC seine Q-DSL home Privatkundenprodukte nicht mehr, für Bestandskunden änderte sich jedoch nichts. Als Wachstumstreiber erwies sich insbesondere der Wiederverkauf von IP-basierten Sprachdiensten an Anbieter ohne eigene bundesweite Infrastruktur. Etliche große Internetanbieter wie etwa 1&1 oder Alice nutzen auch das Netz von QSC. Das EBITDA im ersten Quartal diesen Jahres, das Ergebnis vor Abzug von Zinsen, Steuern und Abschreibungen, konnte durch einen strikten Sparkurs in allen Bereichen um 71 Prozent auf 19,5 Millionen Euro im Vergleich zu 11,4 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Die Zahl der Mitarbeiter sank nur geringfügig von 683 Ende März des vergangenen Jahres auf 678 Ende Dezember 2008.
Nach einem Konzernverlust von 4,1 Millionen Euro Ende März des vergangenen Jahres, konnte QSC am Ende des ersten Quartal diesen Jahres aufatmen: Der Konzerngewinn erreichte mit 1,4 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen. Die Geschäfte liefen so gut, dass Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um rund vier Millionen Euro abgebaut werden konnten. Den Ende März verbliebenen Nettoverlust von 8,2 Millionen Euro will QSC in den kommenden Quartalen weiter reduzieren. Mit 44,7 Millionen Euro verfügt QSC derzeit zudem über ausreichend flüssige Mittel.
Einsparungen durch geringeren Investitionsbedarf
Einspareffekte ergaben sich auch durch einen erheblich geringeren Investitionsbedarf. Im ersten Quartal 2009 wurden für Investitionen in die Netzerweiterung mit 11,5 Millionen Euro 60 Prozent weniger ausgegeben als noch ein Jahr zuvor. Auch in den kommenden Quartalen plant QSC neben Investitionen für die Kundenanschaltung sowie in Ersatzbedarf für das bestehende Netz keine größeren Investitionen. Für das Gesamtjahr 2009 bekräftigt QSC die im Februar vorgelegte Prognose. Demnach solle das EBITDA in diesem Jahr 68 bis 78 Millionen erreichen. Der Jahresumsatz könnte bei 420 bis 440 Millionen Euro liegen.
Analysten hatten von QSC gute Zahlen erwartet. Der Aktienkurs von QSC legte am Vormittag nach Bekanntwerden der positiven Zahlen dennoch zeitweise um rund 14 Prozent zu.

(Jörg Schamberg)

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