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QR Codes: Tippst du noch oder scannst du schon?

Mysteriöse Zeichen breiten sich aus: Die quadratischen Muster, die eher nach einem Fehldruck als nach Innovation aussehen, finden sich mittlerweile auch in Deutschland immer häufiger - unsere Redaktion zeigt, wie sie den Alltag erleichtern.

02.07.2009, 10:17 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

"QR was?!" ist zur Zeit noch die häufigste Antwort, wenn man diese Technik erwähnt. Und in der Tat: In Good Old Germany dürften QR Codes den meisten nur durch die Online-Tickets der Bahn oder den Selbstdruck-Briefmarken der Post bekannt sein. Allerdings ist der richtige Schritt schon getan. Beispielsweise bietet "Die Welt Kompakt" schon seit November 2007 in der Miniatur-Ausgabe QR Codes, die den schnellen Weg ins WWW zu zusätzlichen Informationen weisen.
Was kann´s?
Der Vorteil bei der Verwendung von QR Codes liegt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand: Statt beispielsweise lange URLs via Mini-Tasten in die Adresszeile des Handy-Browsers einzugeben, genügt ein Druck auf den Auslöser der Kamera und der Link befindet sich auf dem Handy. Genauso einfach können Telefonnummern, SMS, Texte und Kontakte auf das Handy übertragen werden. Auch in der Geschäftswelt bringt das System Vorteile: Das mühsame und fehlerträchtige Abtippen von Visitenkarten per Hand entfällt und wird durch ein einfaches Scannen des auf der Karte abgedruckten Codes ersetzt.
Woher kommst´s?
Entwickelt wurden QR Codes von dem japanischen Unternehmen Denso Wave bereits im Jahr 1994. Im Land der aufgehenden Sonne haben sich seit der Erfindung des Kamera-Handys QR Codes auf jeden erdenklichen Ort ausgebreitet: Die Codes befinden sich beispielsweise auf Zeitschriften, Zeitungen, Büchern, Anzeigen, Ausweisen, Kino-Plakaten, Bildschirmen, T-Shirts, Bierdosen, Chipstüten und sogar als Tattoo auf der Haut.
Prinzipiell ähnelt die Technik einem herkömmlichen Barcode-Scanner: Eine Optik erfasst das Muster, die Bilderkennungs-Software wertet die Daten entsprechend aus.
Wie funktioniert´s?
Der größte Vorteil von QR gegenüber Barcodes ist die größere Speicherkapazität. Möglich wird dies durch die horizontale und vertikale Verwendung von Informationen. Die Funkion des Scanners übernimmt in diesem Fall ein Foto-Handy mit der passenden Lese-Software. Die maximale Speicherkapazität liegt bei 7.089 nummerischen Zeichen und 4.296 alphanumerischen Zeichen. Die Codes bestehen je aus 21 × 21 bis 177 × 177 so genannten Modulen. Vier verschiedene Fehlerkorrektur-Level sorgen dafür, dass auch bei Druckfehlern, Beschädigungen oder unscharfen Aufnahmen die Informationen noch vollständig gelesen werden können.
Je nach Generator kann man die Codes entweder als einfache Telefonnummer, URL, SMS, Text oder als Visitenkarten (vCard) erstellen. So weiß das Handy, wie es die Daten weiterverarbeiten kann.
Welche Handy-Software?
Als Software haben wir den java-basierenden Kaywa Reader verwendet. Daneben existieren noch diverse andere Reader, wie zum Beispiel i-nigma, J2MEQRCode, Nokia barcode Reader und der Welt Kompakt QR Code Reader
Getestet haben wir die Software auf einem LG HB620T mit einer 2-Megapixel-Kamera (MP) und einem Sony Ericsson W508 mit 3,2 MP. Auf beiden Geräten funktionierte der Kaywa Reader schnell und zuverlässig. Je nach Größe und Inhalt des QR Codes wird eine bessere Kamera fällig, im Normalfall reichen aber 2,0 MP schon aus.
Ebenso einfach lassen sich mit Hilfe des Internets auch eigene QR Codes kreieren: Kaywa, Nokia und i-nigma bieten auf ihren Seiten ein entsprechendes Tool.


In Japan mittlerweile Alltag: Hier zum Beispiel QR Codes als Disney-Werbung. Video: YouTube

(Marcel Petritz)

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