Medienkonzern

ProSiebenSat.1: Künftig mehr deutsche Inhalte, weniger US-Serien

Konzernvize Conrad Albert hat auf der ANGA COM eine stärkere Ausrichtung von ProSiebenSat.1 auf deutsche Inhalte angekündigt. Diese hätten für Zuschauer mehr Relevanz.

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Köln – Der private Medienkonzern ProSiebenSat.1 will künftig verstärkt auf mehr Inhalte aus Deutschland setzen. US-Content wie Serien würden nicht mehr unreflektiert immer als "cool" angenommen. Dies habe sich laut Conrad Albert, Vize-Chef von ProSiebenSat.1, geändert. Auf der Fachmesse ANGA COM in Köln sagte der Top-Manager am Mittwoch, dass es eine starke Nachfrage nach lokalen Inhalten gebe, die für die Zuschauer relevant seien.

Mit deutschen Inhalten gegen Netflix & Co.

"Menschen wollen etwas sehen, was die eigenen Lebenswirklichkeiten angeht", so Albert. Entsprechend würden künftig mehr Magazine und andere Formate mit deutschen Inhalten auf den Sendern der Mediengruppe gezeigt. Der stärkere Fokus auf Inhalte aus Deutschland sei auch eine Reaktion auf Streamingdienste wie Netflix, Prime Video & Co. Am englischsprachigen Claim "We love to entertain you" wolle man aber festhalten.

Manches muss nachjustiert und effizienter werden bei ProSiebenSat.1

In den vergangenen Jahren sei der Konzern stark expandiert. Manche Strukturen hätten sich dann nicht so entwickelt wie geplant. "Wir müssen wieder schneller und effizienter werden", räumt Albert ein. Bei ProSiebenSat.1 gebe es eine breite Programmvielfalt. Marken wie Sat.1 und ProSieben sollen künftig wieder stärker "aufgeladen" werden, um die Zuschauer zu erreichen.

Albert für mehr Partnerschaften und neue Medienordnung

Albert sprach sich zugleich für die Bildung von mehr Partnerschaften aus. Angesichts der geplanten Fusion von Vodafone und Unitymedia stelle sich die Frage, ob auch auf Seite der Inhalteanbieter mehr gehe. Sei beispielsweise eine Zusammenarbeit von ProSieben und RTL denkbar, um dann Größeres zu schaffen? Denn die gemeinsame Herausforderung für den deutschen TV-Markt komme von Anbietern wie Netflix, Amazon Prime und YouTube. Der ProSiebenSat.1-Manager fordert eine grundlegend neue Medienordnung, alte Zöpfe sollten abgeschnitten werden.

Jörg Schamberg

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