Disney+ & Co.

Prime Video: Amazon-Manager nicht besorgt über neue Streaming-Konkurrenz

Neue Streamingdienste gehen noch in diesem Jahr an den Start. Doch Amazon Prime Video fürchtet neue Konkurrenten wie Disney+ nicht. Der Geschäftsführer von Amazons Streamingdienst will Kunden zudem weiter Binge Watching ermöglichen.

ANGA COM 2019 MediengipfelPrime Video Germany Geschäftsführer Dr. Christoph Schneider beim Mediengipfel auf der ANGA COM.© i12 GmbH

Köln – Der Streaming-Markt erhält in diesem Jahr Zuwachs durch neue Player. So startet der Entertainment-Konzern Disney seinen eigenen Streamingdienst Disney+. Auch Apple TV+ und weitere neue Player gehen an den Start. Dr. Christoph Schneider, Geschäftsführer von Amazon Prime Video Germany, zeigte sich auf der Breitbandmesse ANGA COM in Köln in dieser Woche unbeeindruckt: "Ich bin nicht besorgt über die neue Konkurrenz". Schneider sieht Prime Video gut aufgestellt. Der Amazon-Dienst, Teil des Kundenbindungsprogramms Prime, sei der beliebteste Streaming-Service in Deutschland.

Inhalte von Disney und Warner werden nicht über Nacht bei Amazon verschwinden

Durch die Neuankömmlinge würde der Markt noch einmal einen Sprung machen. Es gebe noch viele Haushalte in Deutschland, die noch kein Streaming nutzen würden. Schneider sieht hierzulande daher noch viel Potential. Doch holen sich Anbieter wie Disney demnächst nicht ihre Inhalte aus Streamingdiensten wie Prime Video und Netflix zurück, um sie exklusiv auf ihren eigenen Plattformen zu zeigen? Der Prime Video-Geschäftsführer sieht das eher gelassen. Nicht alle Anbieter könnten es sich leisten, auf die Einnahmen zu verzichten, die sie durch die Bereitstellung von Inhalten an andere Streamingdienste generieren. Zudem gebe es teils langfristige Verträge. Schneider betont, dass Disney- und Warner-Inhalte nicht über Nacht bei Amazon Prime Video verschwinden werden.

Zugleich habe Amazon aber auch die Zahl der deutschen Eigenproduktionen erhöht, um mehr eigene Inhalte anbieten zu können. Diese Originals sollen nur auf der eigenen Plattform laufen. Schneider geht davon aus, dass es irgendwann eine Konsolidierung auf dem Markt geben werde. Es sei kein Platz für sieben bis neun solcher Dienste. Für Prime Video sei von Vorteil, dass es Bestandteil von Prime sei. Bei den jungen Nutzern sei Prime Video relativ stark, in der Altersgruppe ab 40 Jahren gebe es aber noch Potential.

Prime Video setzt weiter auf Binge-Watching

Bei dem Mediengipfel auf der ANGA COM versicherte der Amazon-Manager Schneider, dass Prime werbefrei bleiben werde. Es gebe also keine Unterbrecherwerbung. Auch halte Amazon daran fest, Kunden in der Regel gleich eine ganze Staffel einer Serie zum Abruf bereitzustellen. Kunden hätten sich an das sogenannte Binge Watching gewöhnt. "Wir haben so viel guten Content und müssen Kunden nicht zwingen über einen Zeitraum von mehreren Wochen zurückzukommen" – etwa bei einer wöchentlichen Bereitstellung neuer Episoden.

Jörg Schamberg

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