News

Primacom startet mit 120 Mbit/s in Sachsen

Der angeschlagene Kabelnetzbetreiber bietet ab August Bandbreiten von 120 Megabit pro Sekunde für 150.000 Haushalte in Chemnitz und Leipzig an. Im Herbst sollen weitere Städte hinzu kommen.

16.07.2010, 18:01 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Der Kabelnetzbetreiber Primacom lässt sich von den finanziellen Problemen seiner Holdinggesellschaft nicht irritieren: Während gerade die insolvente Primacom AG an eine private Investorengruppe verkauft wurde, wird das operative Geschäft der Tochtergesellschaften kräftig voran getrieben. Nach der Vorstellung erster Investitionspläne auch im ländlichen Raum in Sachsen, kündigen die Mainzer jetzt für August Geschwindigkeiten bis zu 120 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) in den ersten Städten an.

150.000 Haushalte in Chemnitz und Leipzig

Wie Primacom am Freitag bekannt gab, wird zunächst 150.000 Haushalten in Leipzig und Chemnitz das Turbo-Internet angeboten, entsprechende Tarife werden ab August zu buchen sein. Für alle Internet-Neukunden in den beiden Städten werden die 120 Mbit/s dann einen Monat kostenfrei zur Verfügung gestellt. Diese Option läuft danach automatisch aus und wird nur auf Wunsch der Kunden Vertragsbestandteil. Das neue Internetprodukt kann dann auch zu einem vorhandenen Kabelanschluss hinzugebucht werden. Technische Details und Preise für das neue Angebot mit einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten will Primacom im Vorfeld der Produkteinführung bekannt geben.

Noch in diesem Herbst werden weitere Städte in Mitteldeutschland hinzukommen. Bis 2012 sollen alle an das Primacom-Netz angeschlossenen Haushalte im Osten Deutschlands die 120 Mbit/s nutzen können. Dazu sind natürlich weitere Investitionen in das Netz und die Technik nötig. "PrimaCom verfügt über diese Mittel und wird allein in diesem Jahr die Leipziger Technikzentrale mit einem hohen Investitionsbetrag für die Zukunft aufrüsten", betont Michael Dorn, Sprecher der Primacom Geschäftsführung.

Aufrüstung auch bei anderen Kabelanbietern

Möglich sind die 120 Mbit/s durch die Aufrüstung der Infrastruktur auf den Internetstandard EuroDocsis 3.0 (Data Over Cable Service Interface Specification). Nach heutigem Stand der Technik können damit zukünftig Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s erreicht werden.

Die investitionsintensive Modernisierung treiben auch die drei größten Kabelnetzbetreiber in Deutschland voran. So bietet Kabel Deutschland seinen Kunden in Hamburg, Hannover und München bereits Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s, ebenso wie Kabel BW nahezu allen Kunden in Baden-Württemberg. Unitymedia hat bereits in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen Internet via Kabel mit bis zu 128 Mbit/s im Angebot.

(Michael Posdziech)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang