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Primacom: Einigung mit Banken über Millionenkredit

Der Kabelnetzbetreiber Primacom hat für sein operatives Kerngeschäft Zugeständnisse der Banken erreichen können. Die Obergesellschaft hat bereits einen Insolvenzantrag stellen müssen.

18.06.2010, 19:10 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der Mainzer Kabelnetzbetreiber Primacom befindet sich in schwerem Fahrwasser. Am Montag hatte die Muttergesellschaft, die nicht-operative Holding Primacom AG Insolvenzantrag stellen müssen. Die Kreditgeber hatten einen Kompromissvorschlag der Hauptgesellschafter zum Erhalt der Obergesellschaft zurückgewiesen. Einen Lichtblick konnte Primacom nun aber für das operative Geschäft verkünden.

Banken gewähren 15 Millionen Euro Kredit

Ein erster selbstgesetzter Meilenstein für die finanzielle Restrukturierung des Primacom Kerngeschäfts wurde nun erreicht. Noch Ende Mai hatte Primacom per Ad-Hoc-Meldung die Nichteinhaltung und Verschiebung des Restrukturierungs-Zeitplanes einräumen müssen. In den letzten Tagen seien aber in Gesprächen zwischen Banken und dem Primacom Management "wichtige Fortschritte in der Stabilisierung des operativen Geschäftes" erreicht worden. Als Ergebnis der Gespräche haben die Banken Primacom Kreditlinien von 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Außerdem gibt es für die nächsten Monate einen Zahlungsaufschub für die Rückzahlung von Verpflichtungen in Höhe von ebenfalls rund 15 Millionen Euro. Durch diese Zugeständnisse der Banken stehen Primacom nach eigenen Angaben "ausreichend finanzielle Mittel zur weiteren Verfolgung des Wachstumskurs" zur Verfügung.

Primacom-Tochtergesellschaften von Insolvenz nicht betroffen

Primacom sieht sich durch das in das Primcom Management und das Geschäftsmodell gesetzte Vertrauen der Banken gestärkt. In den nächsten Wochen solle über die endgültige Refinanzierung der Primacom Gruppe beraten werden. Das Primacom-Kerngeschäft könnte somit in letzter Minute gerettet werden und mit einem blauen Auge davonkommen. Die Tochtergesellschaften der Primacom sind nicht von der Insolvenz der Primacom Holding betroffen. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde dort der Rechtsanwalt Hartwig Albers bestellt.

(Jörg Schamberg)

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