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Primacom AG muss Insolvenzantrag stellen

Da sich die Hauptgesellschafter des Kabelnetzbetreibers und die Kreditgeber nicht auf eine Strategie einigen konnten, muss zeitnah der Insolvenzantrag gestellt werden.

14.06.2010, 14:53 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Vor zwei Wochen erklärte der Mainzer Kabelnetzbetreiber Primacom seine Zahlungsunfähigkeit, jetzt folgt der scheinbar unvermeidliche nächste Schritt: Am Montag kündigt der Vorstand der Primacom AG in einer Ad Hoc-Meldung einen baldigen Insolvenzantrag an.

Verhandlungen abgebrochen

Der Mitteilung zufolge haben die Kreditgeber der Primacom AG einen Kompromissvorschlag der Hauptgesellschafter zum Erhalt der Holdinggesellschaft der Primacom Gruppe zurückgewiesen. Daraufhin teilten die Gesellschafter am Montag morgen mit, dass sie nicht mehr verhandlungsbereit sind.

Damit erscheint es nicht mehr möglich, die Kreditgeber von einer Rücknahme der Fälligstellung von Forderungen in Höhe von rund 29,2 Millionen Euro zu überzeugen. Zeitnah werde der Vorstand daher einen Insolvenzantrag stellen. Da die operativen Gesellschaften der Primacom Gruppe davon nicht betroffen sind, kann das Geschäft aber vorerst fortgeführt werden.

Zeitnah in die Insolvenz

Die Kreditgeber, diverse Banken und Hedgefonds, hatten dem Mehrheitsgesellschafter Escaline-Orion bis Ende Mai eine Frist gesetzt, um einen Restrukturierungsplan für die Primacom AG vorzulegen. Als dies nicht erfolgte, stellten die Gläubiger die Kreditforderungen fällig, was die Holding zahlungsunfähig machte. Nachdem die weiteren Verhandlungen nun abgebrochen wurden, bleibt dem Unternehmen nur der Weg in die Insolvenz. Laut Medienberichten hat Primacom aktuell Schulden in Höhe von 340 Millionen Euro.

(Michael Posdziech)

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