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Presserat will Regeln für Online-Foren einführen

Der Deutsche Presserat behandelt Leserbeschwerden und setzt sich für Pressefreiheit ein. Jetzt soll es erstmals Regeln für Leserbeiträge in Online-Foren von Printmedien geben. Allerdings kritisieren die Leser meistens Online-Medien.

17.02.2014, 16:45 Uhr (Quelle: DPA)
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Der Deutsche Presserat will erstmals Regeln für Leserbeiträge in Online-Foren von Zeitungen und Zeitschriften festlegen. Kommentare müssten grundsätzlich wie Leserbriefe behandelt werden, sagte die Sprecherin des Presserats, Ursula Ernst, der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. "Beleidigungen und Schmähungen sollten entweder vorab oder zumindest zeitnah nachträglich gelöscht werden." Der Presserat entwickelt zurzeit in einer Arbeitsgruppe die dazu notwendigen Änderungen seines Regelwerks.

60 Prozent behandeln Online-Beiträge

Die Selbstkontrolle der Zeitungen und Zeitschriften stellt an diesem Mittwoch (19. Februar) ihre Jahresbilanz vor. Dabei geht es um Beschwerden über journalistisch-redaktionelle Beiträge aus dem Jahr 2013. Mittlerweile beziehen sich nach Angaben von Ernst 60 Prozent der Eingaben auf Online-Texte. Erfreulich sei, dass immer mehr Medien, die ausschließlich im Netz publizieren, auch Mitglied im Presserat werden wollten.

Im vergangenen Jahr habe es vor allem Beanstandungen wegen der journalistischen Sorgfaltspflicht gegeben. Schutz der Ehre und religiöse Gefühle standen bei der Berichterstattung über die Papstwahl im Mittelpunkt.

Leser können beim Presserat per Post oder Mail einzelne Artikel beanstanden. Auf Grundlage des Pressekodex entscheidet das Gremium dann, ob die Beschwerde begründet ist. Treffen die Vorwürfe zu, kann der Rat Rügen und Missbilligungen gegen einzelne Medien aussprechen.

Rat stützt Leser und Pressefreiheit

Der Deutsche Presserat rekrutiert seine 28 Mitglieder aus den Reihen von vier Presse-Organisationen: dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju).

Ziel ist die Lobbyarbeit für die Pressefreiheit in Deutschland. Außerdem will das Gremium der Leserschaft Gehör verschaffen und kümmert sich um deren Beschwerden über journalistisch fragwürdige Pressebeiträge.

(Dorothee Monreal)

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