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Premiere vor Übernahme durch die Telekom?

Die Telekom bestätigt Gespräche mit Premiere. Möglicherweise werden Bundesliga-Spiele bei Premiere ab der kommenden Saison über IP-TV auf dem Bildschirm landen.

30.03.2006, 11:00 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Anzeichen, dass Premiere-Kunden auch in der kommenden Saison nicht auf Bundesliga-Fußball verzichten müssen, verdichten sich. Nach einem Bericht des "Manager-Magazin", sucht die Deutsche Telekom offensichtlich verstärkt die Nähe zu Premiere, um einen geeigneten Partner für ein Streaming-Angebot von T-Online Vision zu finden.
Mehr als eine Partnerschaft?
Im Poker um die Übertragungsrechte von Livespielen der Fußball Bundesliga gab es Gewinnen und Verlierer. Während Premiere gegen den Neuling Arena den Kürzeren zog, sicherte sich die Telekom die Rechte für Internetstreams von Bundesligaspielen. Über spezielle Streamingboxen, wie sie zum Beispiel bei T-Online Vision zum Einsatz kommen, sollen Livespiele per Internet auf den Fernsehschirm übertragen werden. Voraussetzung hierzu ist allerdings ein schneller DSL-Anschluss, möglicherweise sogar ein VDSL-Anschluss.
Doch ohne Kunden macht ein Streaming-Angebot wenig Sinn. Offensichtlich verhandelt die Telekom genau aus diesem Grund mit Premiere. Der Pay-TV-Sender kann auf gut 3,5 Millionen Kunden blicken und wäre damit ein interessanter Partner für die Telekom. Gegenüber dem Manager-Magazin bestätigte die Telekom jetzt, dass Gespräche mit Premiere geführt würden. Gleichzeitig wurde aber auch verdeutlicht, dass auch mit anderen Unternehmen gesprochen werde. Nicht kommentieren mochte die Telekom, ob sie nur an einer Kooperation interessiert sei oder gar an einer Übernahme von Premiere interessiert sei.
Einige Fragen noch zu klären
Für den Fall, dass Premiere künftig per IP-TV die Bundesliga übertragen wird, bereite Arena bereits eine Klage vor, heißt es. Die rechtlichen Schritte bewegen sich allerdings in einer Grauzone, schreibt das Magazin unter Berufung auf Beobachter der Szene. Die EU-Kommission habe die technische Beschreibung, was denn IP-TV genau sei, nur sehr ungenau formuliert.
Die Telekom habe zudem eine internationale Großkanzlei beauftragt, herauszufinden, ob ein Unternehmen, an dem der Bund beteiligt ist (aktuell hält der Staat 37 Prozent der Telekom-Anteile), überhaupt ein Rundfunk- oder Fernsehunternehmen kaufen oder mit ihm kooperieren darf. Eine notwendige Sendelizenz müsste die Telekom nicht beisteuern. Diese würde Premiere beisteuern.

(Hayo Lücke)

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