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Premiere verliert Kunden und macht viel Verlust

Knapp 160.000 Kunden hat Premiere im vergangenen Jahr verloren. Deutlich schwerer fällt der Verlust von über 160 Millionen Euro ins Gewicht.

08.02.2007, 10:31 Uhr
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Auch wenn Premiere über einen neuen Kooperationsvertrag mit arena die Bundesliga wieder in das eigene Programm zurückholen konnte, musste der Münchner Pay-TV-Sender heute auch weniger erfreuliche Fakten präsentieren. Das Geschäftsjahr wurde nicht nur mit einem deutlichen Verlust abgeschlossen, sondern auch mit einem Kundenrückgang. Allerdings gaben Premiere weniger Kunden den Laufpass als es nach dem Verlust der Bundesliga-Rechte ursprünglich vermutet worden war.
Kundenzahl sinkt nur leicht
Standen bei Premiere Anfang 2006 noch 3,57 Millionen Kunden unter Vertrag waren es zum Jahresende nur noch 3,41 Millionen. Gleichwohl konnte Premiere die Kundenzahl im vierten Quartal des ausgelaufenen Geschäftsjahres um gut 36.000 steigern.
Nach Premiere-Angaben entscheiden sich rund 60 Prozent der Neukunden für einen Vertrag mit zwei Jahren Laufzeit, über ein Drittel der Neukunden für ein hochwertiges Paket wie die 5er- oder 7er-Kombi. Für Wenignutzer ist seit Dezember letzten Jahres das Prepaid-Angebot Premiere Flex erhältlich. Die Resonanz ist bisher allerdings eher mäßig. Da erst ab dem 5. März komplette Programmpakete gebucht werden können, haben sich bisher erst gut 10.000 Kunden für das Modell ohne Vertragslaufzeit entschieden.
Dickes Minus in der Bilanz
Deutlich schwerer als der leichte Kundenrückgang fällt der herbe Verlust ins Gewicht, den Premiere im vergangenen Jahr verzeichnen musste. Nachdem das dritte Quartal wieder mit einem Plus von 5,4 Millionen Euro abgeschlossen werden konnte, sackte das Ergebnis im vierten Quartal wieder deutlich ins Minus. Zwischen Oktober und Dezember machte der Pay-TV-Kanal einen Verlust von 9,8 Millionen Euro. Insgesamt musste Premiere 2006 einen Verlust von 161,5 Millionen Euro hinnehmen. 2005 lag der Gewinn noch bei 48,7 Millionen Euro. Der Umsatz fiel im Jahresvergleich leicht von 1,07 Milliarden Euro auf 1,06 Milliarden Euro, während die operativen Kosten von 937 Millionen Euro auf 1,01 Milliarden Euro zulegten.
Prognosen angehoben
Trotz der miesen Jahresbilanz sieht Premiere keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Nach dem Erwerb der Satelliten-Verbreitungsrechte von arena wurden die Prognosen für 2007 und 2008 angehoben. Bis Ende 2007 erwartet Premiere einen Kundenbestand von 3,7 Millionen, bis zum Jahresende 2008 soll die Zahl der Abonnenten bei über vier Millionen liegen. Der Umsatz soll auf über 1,2 Milliarden EUR gesteigert werden. Das soll nicht zuletzt durch eine langfristige Kundenbindung geschehen.

(Hayo Lücke)

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