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Premiere sagt TV-Piraten den Kampf an

Seit November 2007 sind 400.000 Piraterie-Receiver chinesischer Herkunft in den Markt gebracht worden. Für Premiere bedeutet dies nach eigenen Angaben den Verlust von 50.000 Netto-Neukunden.

Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com
Der Pay-TV-Sender Premiere hat nicht nur mit roten Zahlen, sondern auch massiv mit TV-Piraterie zu kämpfen. Unternehmenschef Michael Börnicke hat den Schwarzsehern allerdings den Kampf angesagt und eine Umstellung des Verschlüsselungssystems angekündigt. "Piraterie ist Bankraub ohne Geiselnahme", sagte Börnicke am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

"Das nervt!"

Weiter führte Börnicke aus, dass Premiere alle Maßnahmen ergreife, um den illegalen Zugriff auf die Premiere-Programme zu unterbinden. Der illegale Gebrauch der modifizierten Receiver sei illegal und werde von Premiere auch juristisch verfolgt. Das ganze Thema nerve sehr und sei alles andere als ein Kavaliersdelikt.

Börnicke äußerte sich auch zu dem Schaden, der durch die neu eingeführten Schwarz-Seher Receiver entstanden sei. Premiere gehe davon aus, dass seit November vergangenen Jahres rund 400.000 Receiver chinesischer Herkunft in den Markt gebracht worden seien. Dadurch sei das Nettowachstum im vierten Quartal 2007 um etwa 50.000 Neukunden geringer ausgefallen, als prognostiziert wurde. Noch offen ist, welches Verschlüsselungssystem Premiere in Zukunft einsetzen wird. Der geplante Wechsel der Verschlüsselungstechnik soll bis Ende des dritten Quartals dieses Jahres abgeschlossen sein und sei für Premiere mit keinen Mehrkosten verbunden. Bei den meisten Premiere-Kunden reiche es aus, die aktuelle Smartcard durch die von Premiere kostenlos neu zur Verfügung gestellte Karte für den Digitalreceiver auszutauschen.

Gewinn für 2008 erwartet

Für das laufende Jahr geht die Führungsriege des Pay-TV-Senders davon aus, einen Nettogewinn zu erwirtschaften. Das soll unter anderem durch höhere Umsätze erreicht werden. So wolle man nicht nur mehr Kunden für die Satellitenplattform Premiere Star gewinnen, sondern auch möglichst viele Bundesliga-Resale-Kunden von arena für ein Direktabo von Premiere begeistern. Derzeit stehen noch rund 627.000 Resale-Kunden bei arena unter Vertrag, die Premiere pro Monat nur etwa neun Euro bringen. Direktkunden würden hingegen 20 bis 30 Euro Umsatz im Monat bedeuten.

In Bezug auf die nahenden TV-Rechteverhandlungen für die Übertragungen der Fußball-Bundesliga äußerte sich Börnicke zuversichtlich, mit der DFL auch in Zukunft langfristig weiterarbeiten zu können. Die monatlichen Abo-Gebühren für ein Bundesliga-Abo sollen sich jedoch auch in Zukunft nicht erhöhen. "Die Bundesliga muss bezahlbar bleiben, darf aber nicht wie bei arena verschenkt werden", sagte der Premiere-Chef. Aktuell hat Premiere 1,6 Millionen Kunden, die ein Bundesliga-Abo nutzen, davon etwa eine Millionen Direkt-Kunden.

(Hayo Lücke)

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