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Premiere: Kundenverlust im Schuldensumpf

Im ersten Quartal des laufenden Jahres machte der Pay-TV-Sender einen Verlust von 80 Millionen Euro und verlor zudem noch 28.000 Kunden.

14.05.2009, 09:58 Uhr
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Auch dem neuen Premiere-Chef Mark Williams gelingt es nicht, den führenden deutschen Pay-TV-Sender aus dem Schuldensumpf zu führen. Zwischen Januar und März machte der Konzern einen Verlust von 80 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei Minus 29,8 Millionen Euro.
Operative Kosten steigen
Zwar konnte Premiere im ersten Quartal den Umsatz im Jahresvergleich leicht um 1,7 Prozent auf 232,7 Millionen Euro steigern, gleichzeitig zogen aber auch die operativen Kosten von 228,1 auf 262,5 Millionen Euro an. Für das Programm musste Premiere 162 Millionen Euro aufwenden, für Übertragungskosten wurden 34,0 Millionen Euro gezahlt. Deutlich gestiegen sind zudem die allgemeinen Verwaltungskosten. Nach 14,8 Millionen Euro im Vorjahr beliefen sie sich im ersten Quartal dieses Jahres auf 21,4 Millionen Euro.
Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Zahl der Premiere-Abonnenten rückläufig ist. Standen Ende 2008 noch 2,40 Millionen Kunden unter Vertrag, waren es Ende März dieses Jahres nur noch 2,37 Millionen - davon 68.000 Prepaid-Kunden, die eine inzwischen nicht mehr vermarktete Premiere Flex-Karte nutzen. Zwischen Januar und März dieses Jahres standen 112.000 Neu-Abonnenten 140.000 Kündigungen gegenüber. Die Zahl der Wholesale-Kunden lag Ende März bei 710.000.
Gewinn frühestens 2011 erwartet
Wenig erfreulich ist der Blick in die Zukunft. Premiere rechnet nicht vor dem Jahr 2011 mit einem Gewinn. Der Break-Even beim EBITDA und Cash-Flow auf Monatsbasis wird für das vierte Quartal 2010 erwartet. Die Kundenzahl soll ab dem dritten Quartal dieses Jahres wieder steigen. Premiere verspricht für diese Zeit "umfangreiche Vertriebs-, Marketing- und Kundenservicemaßnahmen". Das lässt einmal mehr darauf schließen, dass schon bald ein neues Programm-Angebot vorgestellt wird.
Dann wird der Name Premiere durch Sky Deutschland ersetzt. Die Anzeichen dafür verdichteten sich schon während der letzten Tage zusehends. So ist unter anderem die Domain sky-deutschland.com auf den derzeitigen Premiere-Pressesprecher Torsten Fricke registriert.

(Hayo Lücke)

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