News

Premiere kassiert Einstweilige Verfügung von arena

Wegen "wettbewerbswidriger Werbung" erließ das Landgericht Hamburg eine Einstweilige Verfügung gegen Premiere. Eine weitere Niederlage droht dem Pay-TV-Sender im Streit um die Internet-Übertragungsrechte.

06.06.2006, 11:03 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Bisher wurde nur gedroht, jetzt hat arena im Streit um die Fußball-Übertragungsrechte erstmals die juristische Keule ausgepackt. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge geht der neuen Pay-TV-Sender rechtlich gegen Premiere vor. Konkret geht es um die Behauptung Premieres, auch 2006/2007 Bundesliga-Spiele live zu übertragen.
"Wettbewerbswidrige Werbung"
Das Landgericht Hamburg erließ auf Antrag von arena eine Einstweilige Verfügung gegen Premiere. In dem Antrag werfe arena dem ehemaligen Bundesliga-Partner "wettbewerbswidrige Werbung" vor, berichtet der "Tagesspiegel" aus Berlin. Mit der Einstweiligen Verfügung werde Premiere untersagt, im geschäftlichen Verkehr zu behaupten, der Sender werde auch in der Spielzeit 2006/07 alle Bundesliga-Spiele live präsentieren, ohne darauf hinzuweisen, dass der Empfang nur über das Internet über einen VDSL- oder ADSL2(+)-Anschluss und nicht über Satelliten- oder Kabelfernsehen möglich ist.
Streit um Internet-Übertragungsrechte wohl beigelegt
Abgesehen von dieser rechtlichen Auseinandersetzung verdichten sich die Anzeichen, dass die Telekom voraussichtlich morgen gemeinsam mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Einigung rund um die erworbenen Internet-Übertragungsrechte bekannt geben werden. In der Vergangenheit hatte die Telekom darauf bestanden, die Rechte auch nutzen zu dürfen, um das IP-Signal per Kabel und Satellit zu verbreiten, war zuletzt aber zu einem Kompromiss bereit.
Wie gut unterrichtete Kreise nach Informationen des "Handelsblatt" berichten, haben sich am Freitagabend die Geschäftsführung und der Vorstand der DFL vor dem Länderspiel Deutschland gegen Kolumbien nochmals getroffen und eine endgültige Lösung vereinbart. Der genaue Inhalt sei noch nicht bekannt, klar sei aber, dass die Telekom auf die Übertragung über Kabel und Satellit verzichte und dafür weitere Rechte mit einem Preisabschlag erhalte. Zur Wahl stehen die Namensrechte der Bundesliga, die Übertragungsrechte am Ligapokal, die Mobilfunkrechte und die Übertragung in den so genannten Sportbars, die bisher von Premiere vermarktet wurden.
Strittig war bislang noch, was mit den Internetrechten von arena passiert. Aus Unternehmenskreisen ist zu hören, dass die Telekom nun auch einer Einigung zustimmen würde, bei der arena diese Rechte behält. Damit könnte arena sein TV-Signal über einen Partner wie zum Beispiel Hansenet auch im Internet übertragen.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang