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Preisschlacht schmälert Gewinn: Huawei setzt verstärkt auf High-End-Smartphones

Huawei könnte nach eigenen Aussagen doppelt so viele Smartphones verkaufen, tut es aber nicht. Die Gründe: Die Marge pro verkauftem Gerät ist zu gering, die Konkurrenz aus dem eigenen Land holt auf.

29.01.2015, 13:46 Uhr
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Wie das "Wall Street Journal" in seiner Online-Ausgabe berichtet, will Huawei sich in Zukunft aus dem Einsteiger-Segment zurückziehen und sich auf Smartphones im High-End-Bereich konzentrieren.

Konkurrent Xiaomi setzt auf "Flash Sales"

Als Grund gab Richard Yu, Leiter von Huaweis Consumer Business Group, auf einer Pressekonferenz in der chinesischen Stadt Shenzhen die starke Konkurrenz im Low-End-Bereich an. Vor allem der ebenfalls in China ansässige Rivale Xiaomi  hat Huawei im letzten Jahr viele Kunden gekostet. So konnte Xiaomi 2014 seinen Geräteabsatz mit über 61 Millionen Smartphones mehr als verdreifachen.

Laut dem Artikel, verdankt Xiaomi seinen Erfolg den sogenannten "Flash Sales". Der Hersteller bietet ein begrenztes Kontingent über das Internet an, dass in der Regel in kürzester Zeit abverkauft wird. Xiaomi setzt dabei vor allem auf die Anziehungskraft des günstigen Preises und die damit verbundene Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken. Dies spart Vertriebs- und Werbekosten. Derzeit steht das Unternehmen aber auch wegen Plagiatsvorwürfen und Patentrechtsverstößen in der Kritik.

Kaum Gewinn pro Gerät, zu viele Marken

Zudem beklagte Yu die nicht existente Marge pro Gerät: “Wenn wir mehr Low-End-Smartphones verkauften, könnten wir unseren Absatz sogar verdoppeln, doch im Low-End-Markt gibt es keine Marge.“

Für dieses Jahr will Huawei den High-End-Anteil seiner Smartphones auf 30 Prozent steigern, die Preise sollen dann ab 2.000 Yuan starten, was umgerechnet rund 320 Euro entspricht.

Richard Yu geht davon aus, dass sich in den nächsten drei bis fünf Jahren nur noch wenige Hersteller im Low-End-Bereich aktiv sein werden: "Es gibt zu viele Marken in der Branche."

(Marcel Petritz)

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