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Porno-Streaming: Trittbrettfahrer verschicken falsche Abmahnung mit Virus im Anhang

Tausende Internetnutzer erhalten derzeit Abmahnungen wegen des Anschauens von Porno-Filmen per Streaming. Nun versuchen Betrüger auf die Abmahnwelle aufzuspringen und versenden gefälschte Abmahnungen per E-Mail. Die Zip-Datei im Anhang enthält einen Virus.

10.12.2013, 18:17 Uhr (Quelle: DPA)
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Betrüger versuchen offenbar, auf eine Welle von Abmahnungen wegen angeblich im Internet geschauter Pornofilme aufzuspringen. Derzeit würden gefälschte Abmahnschreiben per E-Mail verschickt, erklärte das Landgericht Köln am Dienstagabend. Das hätten Betroffene dem Gericht berichtet. Der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke sagte, die E-Mails enthielten im Anhang eine zip-Datei mit angeblichen Anwalts-Unterlagen. Die Dateien enthielten allerdings Viren, warnte er. Man sollte sie daher nicht öffnen.

Betrüger ahmen echte Abmahnung nach

Auch die Verbraucherzentrale NRW warnt vor den kursierenden E-Mails mit Zip-Anhang. "Wir gehen davon aus, dass sich im Anhang Schadprogramme befinden und raten dringend davon ab, diesen zu öffnen. Auf diese E-Mail muss nicht reagiert werden, sie kann unbesehen gelöscht werden", teilen die Verbraucherschützer auf ihrer Webseite mit.

Die Betrüger ahmten offenbar die echte Abmahnung nach: In den Nachrichten tauche der Name der Rechtsanwälte Urmann und Collegen auf, erklärte das Landgericht Köln. Allerdings liege der Zeitpunkt des angeblichen Rechtsverstoßes in der Zukunft. Der Absender der E-Mail sei ebenfalls nicht korrekt.

Die echten Abmahnungen stammen von der Kanzlei Urmann und Collegen. Sie wurde offenbar vom schweizerischen Rechtevertreter "The Archive" beauftragt. Nutzern der Sexfilm-Seite Redtube.com wird vorgeworfen, durch die Nutzung der gestreamten Filme das Urheberrecht verletzt zu haben. Die abgemahnten Nutzer sollen eine Unterlassungserklärung unterschreiben und 250 Euro an den Rechtevertreter "The Archive" überweisen. Allerdings ist umstritten, ob sich diejenigen strafbar machen, die urheberrechtlich geschütztes Material wie beim Streaming nur anschauen und nicht weiterverbreiten.

(Jörg Schamberg)

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