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Popcorn Time: Abmahnungen wegen P2P-Streaming nehmen zu

Anwalt Christian Solmecke warnt vor Abmahnungen bei Nutzung des Streaming-Portals "Popcorn Time". Die P2P-Streams seien juristisch anders zu beurteilen als im Redtube-Fall.

19.05.2014, 10:30 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Das kann teuer werden. Wer aus der Berichterstattung über die Redtube-Abmahnungen herausgehört hat, dass Streaming generell kein Problem sei und jetzt die falschen Streaming-Portale nutzt, könnte kostenpflichtig abgemahnt werden. Der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke berichtet, dass unter anderem Nutzer des Film-Streaming-Portals "Popcorn Time" vermehrt abgemahnt würden.

Nutzer werden zu illegalen Anbietern

Dahinter steckt offenbar die Münchner Kanzlei Waldorf Frommer, die unter anderem auch die "Constantin Film" vertritt – also kein kleiner Fisch. Eine neue Abmahnwelle ist dies aber noch nicht, Solmecke berichtet von über einem Dutzend Fällen, die ihm bekannt sind. Dennoch rät er ganz klar: "Finger von Popcorn Time lassen".

Der Grund dafür ist, dass es einen technischen und somit auch rechtlichen Unterschied zum Redtube-Fall gibt. Bei "Popcorn Time" handelt es sich um ein Streaming auf P2P-Basis. Die Nutzer laden also nicht nur den Film herunter, sondern bieten ihn über das BitTorrent-Netzwerk auch wieder anderen Nutzern an. Das ist eindeutig strafbar. Es ist ein Leichtes, die IP-Adresse der Nutzer sowie Name und Anschrift für die Abmahnung festzustellen. Bei Redtube handelte es sich nur um "passives Streamen".

Keine Hollywoodfilme passiv und kostenlos

"Nicht alles was Streaming heißt, ist auch Streaming. Wer sich auf diesem Portal Filme über einen vermeintlichen Stream anschaut, lädt diesen Film auch automatisch, ohne gesonderte Vorwarnung per BitTorrent hoch. Im Ergebnis wurde die Datei genauso geteilt wie beim klassischen Filesharing", so Solmecke.

Der Nutzer kann meist jedoch nicht unterscheiden, welche Technik sich dahinter verbirgt. Juristisch spielt das auch keine Rolle. Wer selbst Filme illegal anbietet, macht sich strafbar und kann abgemahnt werden. Einige Fußball-Streams sind passiv und kostenlos sowie nach Ansicht von Solmecke nicht strafbar (ein höchstrichterliches Urteil fehlt hier noch), Hollywood-Filme werden in der Regel aber nicht auf diese Weise angeboten. Hier müssten die Nutzer fest damit rechnen, sich strafbar zu machen. Auch Nutzer der Plattform "cuevana.tv" seien schon abgemahnt worden.

(Peter Giesecke)

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