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Polizeifahndung per SMS gescheitert

Kein einziger der gesuchten Verbrecher wurde mit Hilfe von Hinweisungen per Kurzmitteilung geschnappt.

30.09.2005, 12:51 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Gut eineinhalb Jahre nach ihrem Start ist die Fahndung per SMS laut "Focus" endgültig gescheitert. Nach Pilotversuchen in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) und Lüneburg (Niedersachsen) stellte als letzte Behörde nun auch die Polizei in Bochum das Projekt ein, berichtete das Münchner Magazin heute vorab.
Das nordrhein-westfälische Innenministerium bestätigte, dass eine landesweite Einführung der SMS-Fahndung nicht mehr erwogen werde. "Das Pilotprojekt in Bochum hat zu keinem zählbaren Erfolg geführt", sagte Ministeriumssprecher Wolfgang Beus in Düsseldorf. "Kein Gesuchter ist dadurch gefangen oder gefunden worden." Die SMS-Tests in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen waren den jeweiligen Landesministerien zufolge bereits vor Monaten wegen Erfolglosigkeit eingestellt worden.
So sollte es gehen
Laut "Focus" hatten alle anderen Polizeibehörden die Täterjagd per Handy wegen erheblicher Zweifel an deren Effizienz erst gar nicht eingeführt. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hatte im Februar 2004 den Startschuss für die bundesweite Fahndung per SMS gegeben. Das Projekt sieht vor, dass die Polizei Fahndungsmeldungen als Kurznachrichten auf die Mobiltelefone beispielsweise von Taxifahrern, Bus- und Straßenbahnfahrern oder Mitarbeitern der städtischen Ordnungsämter sendet. Voraussetzung ist eine vorherige freiwillige Registrierung der Mobilfunkteilnehmer. Dem "Focus" zufolge stießen die Fahndungsaufrufe in der Bevölkerung aber kaum auf Resonanz.

(Hayo Lücke)

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