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Piratenjäger locken mit Filmdownloads in die Falle

Mit einer angeblichen Download-Plattform für Kinofilme hat das US-Unternehmen Media Defender Internet-Nutzer in die Irre geführt. MiiVi.com wurde zwischenzeitlich vom Netz genommen.

06.07.2007, 13:30 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Erfinderisch wird die Filmindustrie, wenn es darum geht, illegale Downloads aus dem Internet zu unterbinden. Eine neue Website, über die angeblich aktuelle Kinofilme zum Nulltarif angeboten wurden, wurde auf den Namen MiiVi.com getauft. MiiVi versprach auch, mit einer speziellen Zusatzsoftware die Filme noch schneller aus dem Internet laden zu können. Viele ahnungslose Nutzer dürften somit in eine Falle gelockt worden sein.
Liebe zum Detail
Um mit dem P2P-Dienst einen realistischen Eindruck zu hinterlassen, haben sich die Macher viel Mühe gemacht und sogar Kleinigkeiten umgesetzt. Dazu zählt beispielsweise ein integrierter "Familienfilter", um Kinder und Jugendliche vor bestimmten Inhalten zu schützen. Die angebliche Download-Plattform war am 11. März vom US-Unternehmen Media Defender registriert worden. Media Defender versteht sich als Speerspitze der Piratenjäger in der virtuellen Welt. Wenige Stunden nach der Enttarnung wurde das gesamte Projekt vom Netz genommen und die Domain bei einem Adresshändler kostenlos "geparkt".
Das Zusatzprogramm, das angeblich die Kinohits mit höherer Geschwindigkeit auf die heimischen Computer bringen sollte, dürfte in Wirklichkeit die PCs nach illegalen Downloads durchsucht und das gesammelte Datenmaterial an die Initiatoren der Website übertragen haben. Wie viele Betroffene es gibt und wie lange MiiVi.com überhaupt online gewesen ist, lässt sich bislang nicht sagen. Unklar ist auch, ob die zweifelhafte Aktion ein juristisches Nachspiel haben wird.

(Stefan Hagedorn)

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