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PeterZahlt.de: VoIP ersetzt Gratis-Festnetz 2010

Das Ende der Gratis-Telefonate über das deutsche Festnetz naht. Das bisherige Angebot bei PeterZahlt.de soll bis Mitte 2010 eingestellt werden. Was folgt, ist ein VoIP-Dienst. Wir haben Chef Klaus Harisch zu den Plänen befragt.

01.11.2009, 12:31 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Bereits am Freitag vergangener Woche wurde bekannt, dass der Gratis-Telefondienst PeterZahlt bis zum zweiten Quartal 2010 eingestellt werden soll - zumindest in seiner heutigen Form. Kostenlose Telefonate über das deutsche Festnetz wird es dann so nicht mehr geben. Stattdessen plant das Mutterunternehmen Go Yellow Media ein eigenes VoIP-Angebot über das Internet, das sich am Vorbild des US-Unternehmens Skype orientiert. Gespräche zwischen den Nutzern der VoIP-Software bleiben damit zwar gratis. Anrufe ins Festnetz oder Mobilfunknetz sollen laut "Financial Times Deutschland" (FTD) jedoch zumindest teilweise gebührenpflichtig werden. Auch Werbung vor und nach den Telefonaten soll es geben.
Wir wollten daher von Go Yellow-Chef Klaus Harisch wissen, welche Intentionen hinter diesem Schritt stecken. Immerhin wirbt PeterZahlt derzeit doch gerade damit, "ganz ohne Headsets, Registrierung und Installationen" auszukommen.
onlinekosten.de: Herr Harisch, Sie planen die Einführung eines "deutschen Skype-Dienstes". Im Gegenzug soll PeterZahlt in der heutigen Form eingestellt werden. Das bisherige Geschäftsmodell ist jedoch recht einzigartig auf dem deutschen Markt - Kunden telefonieren kostenlos und schauen sich zum Ausgleich dafür Werbung im Internet an. Warum soll es gegen einen VoIP-Dienst ersetzt werden, den etablierte Anbieter wie Skype bereits seit langem bereitstellen?
Klaus Harisch: "Wir sind der Meinung, dass das Festnetztelefon in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung verliert und immer mehr Menschen über ihren Computer telefonieren werden. Deshalb werden wir PeterZahlt entsprechend umbauen."
onlinekosten.de: Wo liegt aus ihrer Sicht der Mehrwert des neuen Angebotes für den Kunden?
Klaus Harisch: "Wir werden nicht nur reine VoIP-Telefonie wie Skype anbieten, sondern weitere interessante Features wie Video Conferencing. Gleichzeitig werden wir unsere zum Patent angemeldete Software, die es ermöglicht, Werbung und Informationen während der Telefonate einzuspielen, auch zukünftig gezielt einsetzen."
onlinekosten.de: Wo sehen Sie die Unterschiede zu Konkurrenzangeboten wie Skype?
Klaus Harisch: "Wir sehen uns nicht unbedingt als Konkurrent zu Skype sondern eher zur Deutschen Telekom, die ja allerdings erst in den nächsten Jahren auf VoIP umstellen will. Wir werden ein Angebot speziell für den deutschen Markt anbieten und uns mit den für unsere deutschen User interessanten Informationen von anderen Anbietern abheben."
onlinekosten.de: Werden kostenlose Telefonate in das deutsche Festnetz oder Mobilfunknetz weiterhin angeboten und welche kostenpflichtigen Tarife sind geplant?
Klaus Harisch: "Das steht noch nicht genau fest. Nähere Angaben hierzu können wir erst im ersten Quartal des nächsten Jahres machen, da bis Ende des Jahres alle Entwicklungskapazitäten an 11 8000 gebunden sind." (11 8000 ist ein neuer Telefon-Dienst, der Anrufer an einen Gesprächspartner vermittelt, ohne dass dessen Telefonnummer mitgeteilt wird. Geplanter Start ist Dezember 2009. Anm. d. Red.)
onlinekosten.de: Wird es auch weiterhin die Möglichkeit geben, PeterZahlt mit einem normalen Telefon zu nutzen oder ist dann entsprechende VoIP-Hardware zwingend notwendig?
Klaus Harisch: "Auch hierzu mehr im ersten Quartal 2010."

(Christian Wolf)

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