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Peter will nicht für Scherzanrufe zahlen

In letzter Zeit häufen sich Beschwerden über Peterzahlt.de. Der Vorwurf: Rufnummern würden von dem Dienst nach wenigen Anrufen gesperrt.

Telefonieren© Gernot Krautberger / Fotolia.com

Noch nie waren Telefongespräche – vor allem ins Ausland – so preiswert. Wer über die Internetseite www.peterzahlt.de telefoniert, kann dies eine halbe Stunde lang kostenlos tun. Und das nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch in 16 weitere Länder. Finanziert werden die Gespräche über Werbeeinblendungen im Browserfenster. Der Telefondienst hat sich herumgesprochen, Peterzahlt.de ist besonders in den Abendstunden oft überlastet und nicht erreichbar. Die meisten Nutzer haben dafür Verständnis – schließlich ist der Dienst kostenlos. Doch in letzter Zeit häufen sich trotzdem Beschwerden.

Zahlt Peter nicht mehr?

Rufnummern würden von dem Dienst nach wenigen Anrufen gesperrt, lautet der Vorwurf. Unsere Redaktion erreichten Leserbriefe und auch im Forum von Peterzahlt.de machen Nutzer ihrem Ärger Luft. Dort berichten die User, rund zwei Mal täglich telefoniert und daraufhin eine Anschlusssperre kassiert zu haben. "Ich bin nun mehr als eine Woche gesperrt, weil ich zwei Anrufe gemacht habe", schreibt eine Nutzerin im Forum von Peterzahlt.de.

Die Pressestelle der GoYellow Media AG, die hinter dem Dienst Peterzahlt.de steht, erklärt, es sei nicht unüblich, dass Rufnummern in bestimmten Fällen für einige Tage von Peterzahlt.de ausgeschlossen werden. "Wir behalten uns eine Sperre vor, wenn unser Dienst auffällig häufig genutzt wird", sagt GoYellow-Sprecherin Anja Meyer.

Sperre soll Missbrauch verhindern

Bei einer auffälligen Nutzung handele es sich aber um weitaus mehr als zwei Anrufe. Eine Sperre erfolge erst nach mehr als hundert Anrufen im Monat – oder auch nach mehreren kurzen Anrufen zu ein und derselben Nummer. "Das müssen wir schon allein deswegen tun, damit Peterzahlt.de nicht für Telefonstreiche oder gewerbliche Aktionen missbraucht wird", sagt Meyer.

Das System analysiert dabei die Gespräche, Sperrwarnungen erfolgen automatisch. Das System erkenne dabei derzeit aber nicht, ob der der angerufene Anschluss besetzt ist. "So kann es passieren, dass ein Nutzer mehrere Male versucht, einen besetzten Anschluss zu erreichen und daraufhin vom System gesperrt wird", sagt Meyer. Das Unternehmen arbeite daran, das Problem in den Griff zu bekommen.

Bei einer Sperre werde die betroffene Rufnummer zunächst temporär für zwei Tage vom Dienst ausgeschlossen. Die nächste Stufe seien sieben Tage. In schwerwiegenden Fällen könne eine Rufnummer auch permanent gesperrt werden.

Verankert in den AGB

Dies erschließt sich auch aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens: "Die Anzahl der zugelassenen Anrufe pro Nutzer ist beschränkt, um Missbrauch zu vermeiden. Wir sind berechtigt, Telefonnummern von Nutzern zu sperren, die Peterzahlt missbräuchlich verwenden beziehungsweise deren Nutzung uns missbräuchlich erscheint." Ist eine Rufnummer gesperrt, so kann der Nutzer weitere Informationen – etwa über die Sperrdauer – beim Support per E-Mail an feedback@peterzahlt.de erfragen.

Sperre auf Wunsch

Alternativ können aber auch Anschlussinhaber ihre Rufnummer auf Anfrage für Peterzahlt.de sperren lassen, um nicht durch Scherzanrufe belästigt zu werden. Denn die Gefahr des Missbrauchs ist allgegenwärtig. Peterzahlt.de funktioniert ohne Anmeldung, spezielle Software oder Zusatzgeräte. Um kostenlos über das Internet telefonieren zu können, muss lediglich die Internetseite aufgerufen und die Nummern des Anrufers und des gewünschten Gesprächspartners eingegeben werden. Dann klingelt das Telefon des Anrufers, Peterzahlt.de verbindet mit dem Gesprächspartner und die Teilnehmer können eine halbe Stunde kostenlos miteinander telefonieren.

"Wir vermitteln heute bereits mehr als 160.000 Gespräche täglich", sagt Meyer – Tendenz steigend. Im vergangenen Monat habe Peterzahlt.de 50 Prozent mehr Kapazität aufgebaut. Der Dienst arbeite mittlerweile mit zwei weiteren Anbietern zusammen, um die Gespräche zu den Anschlüssen zu vermitteln.

(Denise Bergfeld)

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