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Personalwechsel bei Infineon

Update: Schmiergeldaffäre belastet auch das Ergebnis sehr stark. fast doppelt so hoher Fehlbetrag wie im ersten Quartal.

26.07.2005, 00:00 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Nach dem Korruptionsfall der vergangenen Tage stehen beim Halbleiterhersteller Infineon nun geplante Personalwechsel an. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2005 übernimmt Ulrich Pelzer (32), der zuletzt bei der Investmentbank Lehman Brothers in London als Senior Analyst das Ressort Halbleiter und Halbleiter-Ausrüstung betreute, die Verantwortung für Investor Relations bei der Infineon Technologies AG.
Finanzanalyst
Der Diplomkaufmann und Diplomvolkswirt Ulrich Pelzer ist seit August 2000 bei der internationalen Investmentbank Lehman Brothers in London als Senior Analyst für die Segmente Halbleiter und Halbleiter-Ausrüstung verantwortlich. Er begann seine berufliche Laufbahn im Juli 1997 bei der BHF Bank AG in Frankfurt am Main, wo er unter anderem als Finanzanalyst für den IT-Markt zuständig war. Pelzer hat in dieser Zeit an den Börsengängen einiger Unternehmen mitgewirkt.
Wechsel zu Siemens
Die Bereiche Unternehmensstrategie und Mergers & Acquisions werden ab dem 1. September von Dr. Erk Thorsten Heyen (39) verantwortet, der bis vor kurzem den Geschäftsbereich Sichere Mobile Lösungen leitete. Der bisherige Leiter Unternehmensstrategie, Investor Relations und Mergers & Acquisitions, Dominik Asam (36), wechselt auf eigenen Wunsch in die Geschäftsführung von Siemens Financial Services.
Der studierte Physiker Dr. Erk Thorsten Heyen kam im September 2003 zu Infineon und übernahm die weltweite Verantwortung für den Geschäftsbereich Sichere Mobile Lösungen. Von 2001 bis 2003 war Heyen als CEO bei der Unit.Net AG tätig. Er begann seine Laufbahn 1992 bei McKinsey&Company als Mitglied der Telecommunication Practice und übte von 1996 bis 2001 innerhalb der Bertelsmann AG verschiedene Managementfunktionen aus, unter anderem als CFO, General Manager und in der Unternehmensentwicklung.
Dominik Asam leitete seit September 2003 bei Infineon die Bereiche Investor Relations, Mergers & Acquisitions sowie Corporate Ventures. Seit Januar 2005 verantwortete er ebenfalls die Unternehmensstrategie. In den zwei Jahren seiner Firmenzugehörigkeit soll Asam essentiell zur strategischen Entwicklung von Infineon beigetragen und die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt wesentlich verbessert haben. Vor seinem Wechsel zu Infineon war Asam seit 1996 bei Goldman Sachs in der Investment Banking Division in Frankfurt, New York und zuletzt London tätig, wo er seit 2000 als Executive Director das Investment Banking für Halbleiterunternehmen in Europa verantwortete.
Rote Zahlen
Unterdessen wurde auch bekannt, dass Infineon wegen der Schmiergeldaffäre Der tiefer in die roten Zahlen gerutscht ist. Im dritten Quartal (April bis Juni) verbuchte der Münchner Konzern ein Minus von 240 Millionen Euro, das war mehr als doppelt so viel wie im zweiten Quartal.
Grund sind Infineon zufolge das wesentlich niedrigere Preisniveau bei Speicherprodukten und der hohe Preisdruck vor allem bei Sicherheits- und Chipkarten. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ziebart zeigte sich dennoch verhalten zuversichtlich: "Nichtsdestotrotz erwarten wir im Vergleich zum Dritten ein verbessertes viertes Quartal", erklärte er.
Auf die ersten neun Monate des Geschäftsjahrs gerechnet lag der Konzernfehlbetrag bei 212 Millionen Euro gegenüber einem Konzernüberschuss von 17 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz für die ersten neun Monate betrug 5,03 Milliarden Euro und lag damit um drei Prozent unter dem Wert von 5,20 Milliarden Euro des Vorjahreszeitraums.

(Filip Vojtech)

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