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Per Online-Spiel korrupte Beamte foltern und töten

Chinas Behörden haben ein Computer-Spiel entwickelt, bei dem korrupte Beamte virtuell gefoltert und getötet werden. Der "Unbestechliche Kämpfer" scheint sehr beliebt zu sein.

05.08.2007, 11:01 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Chinas Behörden haben ein Computer-Spiel entwickelt, bei dem korrupte Beamte virtuell gefoltert und getötet werden. Wie staatliche Medien am Donnerstag berichteten, wurde "Unbestechlicher Kämpfer" seit seinem Start vor gut einer Woche bereits mehr als 100.000 Mal aus dem Internet geladen. Das Spiel werde nun neu gestaltet, um noch mehr Spieler aufnehmen zu können. Staatspräsident Hu Jintao sieht Korruption als eine der größten Gefahren für den Führungsanspruch seiner Kommunistischen Partei. Regelmäßig werden wegen Korruption verurteilte Beamte hingerichtet, darunter im vergangenen Monat der frühere Leiter der Nahrungs- und Arzneimittelaufsicht.
Patriotisches Gemetzel
"Ich habe das großartige Gefühl, etwas vollbracht zu haben, wenn ich viele üble Beamte bestrafe", sagte der Spieler mit dem Spitznamen Sun der Tageszeitung "China Daily". Durch das Online-Spiel will die Provinzregierung von Zhejiang die Bevölkerung auf Gefahren der Bestechung hinweisen. Um sich durch verschiedene Spiel-Ebenen nach oben zu arbeiten, müssen Spieler mit "Waffen, Zauberei oder Folter" möglichst viele bestechliche Beamte, aber auch deren Söhne und Töchter ergreifen und töten. In einer virtuellen "Anti-Korruptions-Hochschule" lernen sie dann etwas über tatsächliche Korruptionsfälle. Am Ende winkt ihnen ein "Paradies" ohne Korruption.
Korruptionsbekämpfung mit Spaßfaktor
"Wir wollen, dass die Spieler Spaß haben, aber auch etwas über Korruptionsbekämpfung, Folklore und Geschichte lernen" sagte der Beamte Qiu Yi. Einige Experten meldeten indes Zweifel an, ob das Programm die richtigen Leute anspricht. "Eine Anti-Korruptions-Erziehung sollten Regierungsbeamte erhalten, nicht junge Leute aus der Provinz", sagte der Pekinger Universitätsprofessor Wang Xiongjun der "China Daily".

(Aleksandra Leon)

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