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PC-Markt erholt sich wieder - Nachfrageschub in USA und Europa

Im PC-Geschäft ging es zuletzt nur noch steil abwärts, weil die Käufer Smartphones und Tablets vorzogen. Doch im vergangenen Quartal stützten Kunden in Nordamerika und Europa den Markt. Das Ende des Betriebssystems Windows XP löste Ersatzkäufe aus.

11.07.2014, 09:46 Uhr (Quelle: DPA)
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Nach drastischen Einbrüchen im PC-Geschäft sehen Marktforscher eine Trendwende. Ein überraschend hohe Nachfrage nach Personal Computern in den USA und Europa stoppte die rasante Talfahrt der Branche. Für das zweite Quartal errechnete die Marktforschungsfirma Gartner ein dünnes Plus von 0,1 Prozent im Jahresvergleich, die Analysten des Konkurrenten IDC kamen noch auf einen Rückgang von 1,7 Prozent.

Aus von XP sorgt für Neukäufe

Die Marktforscher erklären die Entwicklung unter anderem mit dem massenhaften Austausch von älteren PCs mit dem Betriebssystem Windows XP durch neue Rechner, nachdem Microsoft die Unterstützung seiner betagten Software eingestellt hatte. Der PC-Absatz war allein im vergangenen Jahr um zehn Prozent abgesackt, weil die Kunden lieber zu Smartphones und Tablets griffen.

Insgesamt wurden nach laut IDC 74,4 Millionen Notebooks und Desktop-Rechner verkauft, Garner kam auf 75,7 Millionen Geräte. Der PC-Markt ist damit viel kleiner als das Smartphone-Geschäft. Nächstes Jahr dürften erstmals auch mehr Tablets als PCs verkauft werden.

Die Lage für die PC-Hersteller sehe aber grundsätzlich besser aus als zuletzt gedacht, es sei nicht nur ein Strohfeuer durch den Windows-XP-Effekt, sagte Gartner-Analyst Ranjit Atwal der dpa. "Es zeigt sich, dass Unternehmen auf PCs nicht verzichten wollen." Ein Test für die Stimmung der Verbraucher komme im Weihnachtsgeschäft. Auch sie zeigten aber verstärkt Interesse an neuen Geräten. "Die Händler spüren das und machen erstmals wieder mehr Platz für PCs in den Regalen." Insgesamt gebe der Bedarf an unterschiedlichen Bildschirmgrößen im Alltag dem PC nach wie vor eine Existenzberechtigung.

US-Markt: Lenovo holt auf, HP weiter Marktführer

Ein deutliches Wachstum gab es im großen US-Markt mit 7,4 Prozent nach Berechnungen von Gartner. Demnach verkaufte der chinesische Weltmarktführer Lenovo dort ein Fünftel mehr Computer - kommt in den USA aber erst auf einen Marktanteil von 11,5 Prozent. Hewlett-Packard baute die Führung im Heimatland mit einem Marktanteil von 27,7 Prozent weiter aus und der kürzlich von Börse gegangene Rivale Dell hält mit 26 Prozent mit. Bei Apple gab es laut Gartner nach früheren kontinuierlichen Zuwächsen dagegen einen Absatzrückgang von 1,3 Prozent. Das ließ auch den Marktanteil auf 10,6 Prozent schrumpfen.

Für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika errechnete Gartner ein kräftiges Plus von 8,6 Prozent auf 22,5 Millionen verkaufte Geräte. Konkrete Zahlen für Europa gebe es noch nicht, aber es könnte auch ein Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich gewesen sein, sagte Atwal. In Asien hingegen fiel der PC-Absatz um 9,5 Prozent auf 24,6 Millionen Geräte. Zum einen sei die Region erst später in die PC-Absatzkrise gekommen, erklärte Atwal. Zugleich verzichteten gerade dort viele Menschen ganz auf einen PC zu Gunsten von Smartphones mit großen Bildschirmen und Tablets. Dieser Trend sei auch in vielen Schwellenländern zu beobachten.

(Marcel Petritz)

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