News

Paukenschlag: T-Mobile suspendiert Jan Ullrich

Aufgrund neuer Erkenntnisse im Doping-Skandal hat T-Mobile heute zwei seiner Radrennfahrer vorläufig suspendiert. Darunter Tour-Favorit Ullrich.

30.06.2006, 12:05 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Während ganz Deutschland mit Freude auf das erster Viertelfinale der Fußball Weltmeisterschaft in Berlin blickt, wo heute Nachmittag ab 17 Uhr Deutschland auf Argentinien treffen wird, muss der deutsche Radsport einen echten Schock verdauen. Auf Anordnung des Sponsors T-Mobile wurde Jan Ullrich mit sofortiger Wirkung gemeinsam mit Team-Kollege Oscar Sevilla und dem Sportlichen Leiter Rudy Pevenage vom Rad-Rennstall Team T-Mobile suspendiert. Damit kann Tourhoffnung Ullrich nicht an der morgen beginnenden Tour de France teilnehmen.
Spanische Ermillungen
Grund für die überraschende und vor allem kurzfristige Suspendierung sind spanische Doping-Ermittlungen. So sollen insgesamt 57 Fahrer Kunden des Dopingnetzwerks um den Arzt Eufemiano Fuentes gewesen sein. Am 23. Mai wurden in Madrid Beweismittel beschlagnahmt, darunter auch Blutkonserven (Stichwort: Blutdoping) sowie Notizen mit dem Code "Hijo Rudicio" (Rudis Sohn), die Ullrich und seinem Sportlichen Leiter Rudy Pevenage zugeordnet wurden.
Alle Beschuldigten hatten immer wieder beteuert, nicht in den Doping-Sumpf verstrickt zu sein. Der Bonner T-Mobile-Rennstall sah sich nun aber aufgrund neuer Erkenntnisse zum Handeln gezwungen. Es gäbe "begründete Zweifel an den bislang geäußerten Unschuldsbeteuerungen von Jan Ullrich, Oscar Sevilla und Rudy Pevenage", heißt es in einer am Morgen verbreiteten Pressemitteilung. Für Ullrich und Sevilla sollen die Ersatzfahrer Lorenzo Bernucci aus Italien und Stephan Schreck aus Erfurt an den Start der 93. Tour de France gehen.
Ein T-Mobile-Sprecher sagte: "Unsere Haltung war immer unmissverständlich. Wenn uns Beweise vorliegen, die uns an der Glaubwürdigkeit einer unserer Fahrer nachhaltig zweifeln lassen, werden wir umgehend handeln. Dies ist nun der Fall." Der Bonner Mobilfunkkonzern stehe für einen sauberen Radsport, so Frommert weiter.
Bewiesen ist noch nichts
Gleichwohl gilt festzuhalten, dass noch nicht bewiesen ist, dass Ullrich tatsächlich Doping begangen hat. Die gewonnenen Erkenntnisse überwiegen aber offensichtlich gegenüber den Aussagen des Radrennfahrers.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang