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Paukenschlag aus Brüssel - Preissenkung bei der Mobilfunkterminierung reicht nicht aus

Die EU Kommission hat einen Plan der Bundesnetzagentur durchkreuzt, die Mobilfunk-Terminierungsentgelte in zwei Schritten auf 1,79 Cent pro Minute zu senken. Grund: die Absenkung geht nach Ansicht der Politiker nicht weit genug.

01.03.2013, 16:11 Uhr (Quelle: DPA)
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Die EU-Kommission will die Kosten für deutsche Handynutzer niedrig halten: Die Brüsseler Behörde hat Pläne der Bundesnetzagentur gestoppt, die zu höheren Gebühren führen könnten. Das teilte die Kommission am Freitag mit.

Empfehlungen nicht berücksichtigt

Die Vorschläge der Bundesnetzagentur für sogenannte Mobilfunk-Zustellungsentgelte (auch bekannt als Terminierungsentgelte) entsprechen nicht ihren Empfehlungen, urteilte die Kommission. Solche Zustellungsentgelte stellen die Anbieter einander in Rechnung, wenn Kunden aus verschiedenen Mobilfunknetzen miteinander telefonieren. Die Pläne der Bundesnetzagentur hätten dazu führen können, dass die Entgelte in Deutschland um 80 Prozent höher ausfallen als in EU-Staaten, die sich an die europäischen Regeln halten.

Am Ende könnten diese Gebühren auch die Kosten für Handykunden in die Höhe treiben, erklärte die EU-Kommission. Sie kann einschreiten, um allzu große Unterschiede zwischen den nationalen Märkten zu verhindern. Die Pläne sind jetzt für drei Monate ausgesetzt. In dieser Zeit berät die Kommission mit der deutschen Behörde über Änderungen.

Vorgeschlagene Absenkung geht nicht weit genug

Die Bundesnetzagentur hatte die Terminierungsentgelte seit dem 1. Dezember vergangenen Jahres auf einen für alle vier deutschen Netzbetreiber einheitlichen Wert von 1,85 Cent pro Minute gesenkt. Ab dem 1. Dezember 2013 sollte eine weitere Absenkung auf 1,79 Cent pro Minute folgen. Werte, die nach Ansicht der EU-Kommission nicht weit genug gehen. Die Blockade aus Brüssel dürfte zu massiven Protesten aus der deutschen Mobilfunkindustrie führen. Erst auf dem Mobile World Congress in Barcelona hatten die Chefs namhafter Mobilfunk-Konzerne unter der Woche eine sensiblere Regulierungspolitik gefordert.

(Hayo Lücke)

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  • Bravo! Zuletzt kommentiert von gerryst am 06.03.2013 um 16:13 Uhr
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